Woher kommt die Vermutung, viel Vitamin D könnte vor MS schützen?

Die "Vitamin-D-Hypothese" kam auf, als man feststellte, dass Menschen in der Äquatorialregion seltener an Multipler Sklerose erkranken als in den nördlicheren und südlicheren Ländern. Menschen in diesen sonnenverwöhnten Regionen haben meist auch höhere Vitamin-D-Spiegel.

Denn um Vitamin D selbst herzustellen, benötigt der Körper Sonnenlicht. Zwar kann man Vitamin D auch über die Nahrung aufnehmen, aber die Sonne ist der beste Motor zur Vitamin-D-Produktion.

So kam es zur Vermutung, dass das hohe Vitamin D Ursache der geringeren MS-Häufigkeit in diesen Ländern sein könnte. Zu dieser Hypothese passt auch, dass die Eskimos in Grönland auffällig selten an MS erkranken. Deren Sonneneinstrahlung ist zwar eher mäßig, die Eskimos nehmen aber sehr viel Vitamin D mit der Nahrung zu sich.

Der Vitamin-D-Zusammenhang wurde durch weitere Studien untermauert, als endgültig gesichert gilt aber nicht.

Gegenmeinung: Hygiene-Hypothese

Eine alternative Hypothese geht davon aus, dass die niedrigere MS-Häufigkeit in den Äquatorialregionen weniger auf Vitamin D als vielmehr auf die größere Häufung von Entwicklungsländern in diesen Breiten zurückgeht. Sie vertreten die sogenannte "Hygiene-Hypothese", nach der eine mangelnde Hygiene (und damit gehäufte Infektionskrankheiten in der Kindheit) sozusagen "abhärtet" und vor dem Entstehen einer MS schützt.

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