Ist die Multiple Sklerose eine psychische Krankheit?
Nein, mit einer "Geisteskrankheit" hat die Multiple Sklerose (MS) nichts zu tun. MS ist eine körperliche Erkrankung, bei der Nervenzellen des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark) entzündlich geschädigt werden.
Die körperlichen Veränderungen lassen sich auch mit modernen Bildgebungsverfahren sichtbar machen. Durch eine Untersuchung des Liquor cerebrospinalis (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) lässt sich die Entzündung des zentralen Nervensystems nachweisen.
Das bedeutet aber nicht, dass die Krankheit nicht psychische Auswirkungen haben kann. Gerade zu Beginn der Erkrankung, kurz nach der Diagnosestellung, haben viele Betroffene sehr stark mit der emotionalen Belastung zu kämpfen. Die Gewissheit, mit der Krankheit leben zu müssen, ist zu Beginn nicht leicht zu akzeptieren. Im weiteren Verlauf wird es dann häufig leichter, wenn man merkt, dass das Alltagsleben gar nicht so dramatisch beeinträchtigt ist wie man dachte.
Autoren: Dr. med. Julia Hofmann/Dr. med. Jörg Zorn

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