Wie läuft eine Kortison-Stoßtherapie (Pulstherapie) konkret ab?

Das Procedere beginnt meist einen Tag vor der eigentlichen Behandlung mit einer Blut- und Urinuntersuchung. Dabei werden vor allem die Blutzellen, die Blutsenkungsgeschwindigkeit und der Urin auf Infektionszeichen untersucht. Da Kortison das Immunsystem stark schwächt, ist es sehr wichtig, vorher mögliche Infekte auszuschließen.

Häufig erhält man außerdem vor Behandlungsbeginn Medikamente zum Magenschutz und Heparin zur Thromboseprophylaxe. Diese Schutzmaßnahmen werden noch einige Tage über den Behandlungszyklus hinaus fortgeführt.

Dann drei bis fünf Tage lang Kortison

Es folgen drei bis fünf Tage mit hochdosierten Kortison-Infusionen. Die Infusionen werden meist morgens verabreicht. Eine Infusion besteht z.B. aus 1000 mg Methylprednisolon (Urbason®). Es können aber auch andere Wirkstoffe gewählt werden, deren Dosis je nach Wirkstärke variiert.

Die häufigsten Nebenwirkungen der Kortison-Stoßtherapie sind Übelkeit und Kopfschmerzen. Dem beugt man am besten mit Liegenbleiben nach den Infusionen und reichlich Trinken vor.

Summa summarum ist die Kortison-Stoßtherapie also kein Vergnügen. Aber wenn sie tatsächlich den Schub bzw. die Schub-Beschwerden verringert, mag es sich lohnen. Darüber gibt es aber unter den Betroffenen geteilte Ansichten. In den offiziellen Therapierichtlinien wird hingegen zugeraten.

Lesen Sie dazu auch:
Welche Nebenwirkungen können unter der Schubtherapie mit Kortison (Glukokortikoiden) auftreten?

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

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Kommentare (11)
Nebenwirkung Urbason 1g Infusion
11 Mittwoch, den 19. April 2017 um 14:36 Uhr
sternchen
Ich habe zwar keine MS, habe aber als Therapie bei einem Bandscheiben- Massenprolaps an 3 Tagen hintereinander 1x tgl. Urbason Infusionen erhalten. Eine Besserung meiner Beschwerden hat dies nicht gebracht.
Nach einiger Zeit wurde durch den HA eine Blutbilduntersuchung gemacht und dabei festgestellt, dass eine deutliche Erhöhung der Leukozyten vorlag (vorher war mein Blutbild o.B.).
Nun habe ich dies als mögliche Nebenwirkung bei diesem Medikament gelesen. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Kortison-Stoßtherapie
10 Sonntag, den 16. April 2017 um 08:13 Uhr
sabine 73
Aufnahme in der Klinik wegen Gangstörung. Bei der Liquoruntersuchung wurden erhöhtes Eiweiß und ein paar Zellen festgestellt. Bei V.a. CIPD wurden an 5 Tagen jeweils 1000 mg Prednisolon infundiert unter Magen- und Thromboseschutz. - Zu Hause keine besonderen Nachwirkungen aber auch Besserung der Gangstörung erst nach 10 Tagen spürbar. Unter Weglassen von Zucker, weiterer Einnahme von Blutdruckmedikation wie immer keine besonderen Vorkommnisse. Bin zur Wiedervorstellung und neuerlicher Stoßtherapie 5 Wochen nach KH-Entlassung wieder einbestellt.
Nebenwirkungen Pulstherapie
9 Montag, den 27. Februar 2017 um 08:34 Uhr
Cornelia Schwab-Brandt
Ich habe vor ca. drei Jahren eine Cortison Pulstherapie, 5 Tage, erhalten. Dies nicht im akuten Schub, sondern, weil ich aus anderen Gründen keine Basistherapie machen kann. Vorab: Meine Missempfindungen, Lhermitte Zeichen, haben sich ca. nach 3 Monaten nach Pulstherapie gebessert.
Die Nebenwirkungen waren allerdings "knackig". So ist der Blutdruck komplett entgleist, abends über 200/90, morgens immer noch 190/80. Zudem sind meine Leukos auf 36.000 angestiegen, mein Augeninnendruck auf 37. Meinen Blutzuckerwert habe ich erst gar nicht messen lassen.
Die Therapie war für mich lebensbedrohlich und ich stand kurz vor einer Erblindung, hätte ich nicht kurzfristig einen Augenarzttermin erhalten.
So schnell werde ich mich nicht mehr auf eine Cortison-Pulstherapie einlassen.
Kortison Stoßtherapie
8 Freitag, den 20. Januar 2017 um 21:03 Uhr
Monika Wendt
Seit vier Jahren ist die Infusion mit Kortison ein wahrer Segen für mich. Sie hält etwa 10 Monate an. Ich habe MS und ertrage so alles viel besser. Danke an die Medizin
Meine Kortisontherapie und was anderes
7 Donnerstag, den 19. Januar 2017 um 21:24 Uhr
Zoltan Csillag
Bei meiner Optikus-Neuritis (Sehschwierigkeiten) habe ich mehr als eine Woche lang Kortison intravenös bekommen.Insgesamt 6500 mg. Erste 5 Tage 1000 mg (1g), dann schnell nach unten 500 mg und danach 250 mg noch 2 Tage.
Danach eine Injektion (ATC/ACT oder wie nannte der Arzt und keine kleinere Dosen).
Da ich schon seit 20 Jahren MS-Kranker bin, habe ich schon oft Kortisontherapie bekommen.
Mein Tipp: Seitdem ich Sphingolin nehme, habe ich keine Schübe (in den letzten 2 Jahren). Keine Ahnung, ob das Zufall ist oder Wirkung von Ernährungsergänzungsmittel Sphingolin.
Kortisonstoßtherapie
6 Donnerstag, den 28. Januar 2016 um 11:34 Uhr
Ute
Hallo miteinander,
ich habe zwar keine MS, aber auch eine chronische Erkrankung.
Hatte letzte Woche 3 * 500 mg Kortison bekommen.
Mir geht es gut. keine Schlafstörungen. Im Gegenteil, konnte nach der i.V stundenlang in der Stadt bummeln und essen gehen. Schaffte dann noch die 240 Treppen bis zum obersten Stockwerk der Klinikums. Ging nach der Entlassung wieder ins Büro.
An Lilo
5 Mittwoch, den 13. Januar 2016 um 19:21 Uhr
Navigator-Team
Hallo Lilo,

ja, das stimmt. Das Risiko für einen Grauen Star nimmt unter längerer Kortison-Therapie zu, sowohl bei Tabletten als auch bei längerer örtlicher Anwendung von Kortisonhaltigen Augentropfen.
Allerdings geht es hier nur um eine Risikoerhöhung, das muss also nicht passieren. Der Graue Star ist auch nur eine von sehr vielen möglichen Langzeit-Nebenwirkungen von Kortison. Die Frage dabei ist halt immer, ob nicht der Nutzen eines unterdrückten MS-Schubes größer ist als der Nutzen möglichst geringer Nebenwirkungs-Gefahr. Das kann nur jeder für sich allein beantworten, auch ein Arzt ist da maximal ein Ratgeber.

Alles Gute und viele Grüße
Dr. J. Zorn (vom Navigator-Team)
Pulstherapie-Kortison
4 Mittwoch, den 13. Januar 2016 um 18:15 Uhr
lilo
Kortison beschleunigt den Grauen Star
ist das richtig?
Kortison
3 Montag, den 06. April 2015 um 19:25 Uhr
wolf
Kortison ist keine Therapie zur Verhinderung von Schüben bei MS. Es wird im Akutfall eingesetzt. Bitte nicht meinen, dass Kortison Schübe verhindern kann. Das ware total falsch.
Kortison Stoßtherapie
2 Samstag, den 17. Januar 2015 um 16:31 Uhr
Sabine
Vor 6 Jahren wurde MS festgestellt (damals 49). 2 mal im Jahr bekomme ich für 3 Tage Kortison per Infusion (500) und kann sagen, dass ich in dieser langen Zeit keinen Schub mehr erleben musste.
Also, ich bin überzeugt davon.
Kortison-Pulstherapie
1 Montag, den 05. Januar 2015 um 07:07 Uhr
braunisch, klaus-dieter
ich bin alle 3 Monate für 3 Tage im Vivantes Neukölln und bekomme 3x Kortison - dies bis heute 10 mal - Ergebnis: ich kann halbwegs gut laufen und bin nicht mehr gefallen!!!
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