Multiple Sklerose: Lässt sich die Zeit zurück drehen?
Mit dem Älterwerden treten im Gehirn Veränderungen auf, die zu einem Abbau der Nervenscheiden führen können. Also genau denjenigen Strukturen, die auch bei der Multiplen Sklerose angegriffen werden. Nun glauben Wissenschaftler, einen Weg gefunden zu haben, die damit verbundenen Schädigungen rückgängig zu machen – zumindest zum Teil.
In einer Studie haben sie den Grund für einen altersbedingten Abbau der Myelinscheiden ausgemacht. Der Körper verliert die Fähigkeit, die Schutzschicht, die die Nerven im Gehirn umgibt, zu regenerieren. Die Myelinschicht ist wichtig, damit die Nerven ihre Signale korrekt verarbeiten und schnell zu anderen Nervenzellen senden können. Bei der MS wird die Myelinschicht vom eigenen Immunsystem angegriffen, was eine gestörte Signalübertragung zur Folge hat.
Mit "jungen Makrophagen" die Nervenscheiden wieder aufbauen
Doch anscheinend ist es möglich, diese Schädigungen zu reparieren. Bestimmte Immunzellen, die sogenannten Makrophagen, sind nämlich in der Lage, die Myelinschicht zumindest teilweise wieder herzustellen. Allerdings müssen sie dafür offenbar einen Schubs bekommen. Die Forscher verabreichten in ihren Untersuchungen älteren Mäusen die Makrophagen jüngerer Tiere, vollzogen also eine Art Verjüngungskur.
Nun wollen die Wissenschaftler ein Medikament entwickeln, das die Signale dieser Verjüngungskur nachahmt und so den Reparaturprozess in Gang setzt, ohne Zellen anderer Lebewesen einzusetzen zu müssen. Eine zwar noch etwas vage, aber immerhin ganz neue Hoffnung für Menschen mit Multipler Sklerose.
Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 24.01.2011
Quelle: University of Cambridge

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