Beeren essen gegen Parkinson?

Mit Heidelbeeren, Preiselbeeren und Holunderbeeren kann man offenbar seinen Dopamin-Spiegel im Gehirn erhöhen. Das haben Wissenschafter der Universität Regensburg herausgefunden. Und an Dopamin fehlt es bei der Parkinson-Erkrankung. Kann man sich also den Morbus Parkinson mit Beeren wegessen?

Nun, ganz so weit ist es leider noch nicht. Aber zumindest haben die Regensburger Forscher gleich mehrere Inhaltsstoffe in Waldbeeren gefunden, die das Potential haben, bei Parkinson zu helfen. Und auch bei Depressionen. Diese sogenannten Anthocyane (das sind die Stoffe, die den Beeren ihre Farbe geben) können neben zahlreichen anderen gesundheitsspendenden Effekten offenbar auch zwei bestimmte Enzyme im Körper hemmen: und zwar MAO A und MAO B (aber ohne "Tse Tung"). Diese beiden Enzyme, mit vollem Namen Mono-Amino-Oxidasen, bauen im Gehirn Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin ab. Also genau jene Substanzen, an denen es bei Parkinson (Dopamin) und Depressionen (Serotonin) mangelt.

Auch in Johannisbeeren, Rotkohl und Auberginen

Besonders viele dieser Anthocyane (oder MAO-Hemmer) sind in Heidelbeeren und Holunderbeeren enthalten. Aber auch Preiselbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Weintrauben und Gemüsearten wie Rotkohl und Auberginen sind reich an Anthocyanen. Einzig die Menge ist ein Problem: Wahrscheinlich müsste man, um einen therapeutischen Effekt zu erzielen, so viele Beeren essen, dass man Magenprobleme bekommt. Und dann gibt es ja auch noch den Winter. Also liegt die Hoffnung jetzt vor allem darin, dass sich aus diesen Erkenntnissen natürliche neue Arzneistoffe entwickeln lassen. 

Autor: Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Universität Regensburg, Pharmacological Research

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