10 Tipps bei Morbus Crohn

Meine ganz persönlichen Empfehlungen für Betroffene

Es gibt bei Morbus Crohn keine pauschalen Empfehlungen, die immer und bei jedem gültig sind. Dafür ist diese Erkrankung von Person zu Person zu unterschiedlich, und auch der Verlauf zu heterogen.

Aber es gibt trotzdem Dinge, die zumindest den meisten Menschen mit Morbus Crohn helfen. 10 solcher Tipps haben wir im folgenden für Sie zusammengefasst.

Meine 10 persönlichen Tipps

  • 1. Keine Weltuntergangsstimmung aufkommen lassen. Zumindest nicht für länger. Natürlich ist die Diagnose "Morbus Crohn" zunächst ein Schock, weil die Erkrankung nicht heilbar ist. Aber sie ist auch nicht lebensbedrohlich. Bei adäquater Behandlung ist die Lebenserwartung nicht eingeschränkt. Es stimmt, mit den Beschwerden und Einschränkungen, die der Morbus Crohn im Alltag mit sich bringen kann (nicht mit sich bringen muss), ist es nicht immer leicht zurechtzukommen. Aber meist ist das therapeutisch gut eingrenzbar, und mit den Jahren klingen die Symptome bei der Mehrzahl der Betroffenen ab. Lassen Sie sich nicht unterkriegen, bleiben Sie ein fröhlicher Mensch!
  • 2. Entscheiden Sie mit bei der Medikamentenwahl. Ein Morbus Crohn sowohl im akuten Schub als auch zur Schubprophylaxe mit Immunblockern wie Kortison oder noch stärkeren Substanzen behandelt. Allen diesen Medikamenten ist zu eigen, dass ihre Wirkung individuell unterschiedlich ist. Auch die Nebenwirkungen sind von Person zu Person verschieden. Es gibt also kein Patentrezept, man muss einige Dinge einfach probieren. Dabei sollten Sie sich nicht zum Befehlsempfänger des Arztes machen, sondern vielmehr selbstbestimmt mit ihm gemeinsam die Entscheidungen treffen.
  • 3. Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab. Wenn Sie denn überhaupt Raucher sind. Es ist nachgewiesen, dass Rauchen den Erkrankungsverlauf ungünstig beeinflussen und zu vermehrten Schüben führen kann. Das ist zwar nicht in jedem Fall so, aber es ist sicher sinnvoller, hier auf Nummer sicher zu gehen. Gute Tipps zum "Rauchen abgewöhnen" finden Sie hier.
  • 4. Trinken und Mineralien bei Durchfall. Wenn sie gerade an stärkeren Durchfällen leiden, vergessen Sie nicht die wichtigste Gegenmaßnahme: viel trinken. Vor allem, wenn Sie unterwegs sind, sollten Sie das nicht vernachlässigen. Auch der Nachschub an Mineralien ist bei anhaltendem Durchfall wichtig, z.B. mit Elektrolyt-Lösungen.
  • 5. Sport und Bewegung wirken therapeutisch. Es ist noch nicht endgültig bewiesen, aber kleinere Untersuchungen deuten darauf hin: Mit regelmäßiger Bewegung lässt sich offenbar das Risiko eines erneuten Schubes senken. Eigentlich kein Wunder, schließlich stabilisiert Bewegung auch das Immunsystem. Dabei geht es nicht um Extremsport, Spaziergänge, Fahrradfahren oder Nordic Walking tun es auch.
  • 6. Kein Ibuprofen, Diclofenac oder ASS gegen Schmerzen. Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac oder ASS, sollten Sie bei Morbus Crohn lieber vermeiden. Auch bei normalen Kopfschmerzen. Denn in Einzelfällen können diese Medikamente einen Schub auslösen oder zumindest begünstigen. Geeigneter ist bei Morbus Crohn z.B. Paracetamol.
  • 7. Auf Vitalstoffe achten. Vor allem in den akuten Phasen des Morbus Crohn kann es relativ leicht zu einer Mangelversorgung an Vitalstoffen (Vitamine, Elektrolyte, Spurenelemente) kommen. Das ist schlecht, weil das den gesamten Körper schwächt und damit auch Ihre Gegenwehr gegen die Erkrankung. Unsere Empfehlung: Tun Sie alles für eine möglichst ausgewogene Ernährung, und wenn das nicht zu 100% gelingt, helfen Sie nach. Ein sehr guter Tipp ist hier ein spezieller Gesundheitssaft, der mit einem Löffel pro Tag alle Vitalstoffe abdeckt. Mit einer Flasche kommt man damit 50 Tage hin.
  • 8. Alternativmedizin: mit Bedacht probieren. Alternative Methoden bei Morbus Crohn werden von Schulmedizinern zwar weitestgehend abgelehnt. Zumindest wird deren Wirksamkeit bestritten. Tatsache ist aber auch, dass die Schulmedizin bis heute nicht weiß, warum ein Morbus Crohn überhaupt entsteht. Eigentlich weiß man nur, dass das Immunsystem verrückt spielt und dass das irgendetwas mit unserer zivilisierten, sauberen Welt zu tun hat. Ergo: Wer selber nichts weiß, sollte nicht arrogant gegenüber anderen Ansätzen sein. Gegen einen (ergänzenden) Versuch mit Akupunktur oder Homöopathie ist also aus unserer Sicht nichts einzuwenden. Wovor wir aber auch warnen: Laufen Sie nicht jeder Sau hinterher, die durchs Dorf getrieben wird. Kortison ist kein Allheilsbringer, aber immerhin gelingt es damit in den meisten Fällen, die Beschwerden zu lindern. Das ist bei einigen dubiosen Alternativ-Methoden sicher nicht der Fall.
  • 9. Akupunktur einen Versuch wert. Noch einmal zum Thema Alternativmedizin. Zur Akupunktur bei Morbus Crohn gibt es mittlerweile doch gehäufte Berichte, dass sie wirkt. Warum also nicht mal die chinesische Medizin probieren? Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten, das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass es nicht wirkt. Nur etwas Zeit werden Sie einplanen müssen.
  • 10. Peinlichkeiten vermeiden. Wenn Sie unterwegs sind und bei starkem Durchfall in der Not eine Behinderten-Toilette benutzen oder die einzige verfügbare Toilette mehr als einmal besetzen, können Sie sich mit einem einfachen Anhänger vor angenehmen Fragen schützen. Auf dem steht, was Sie haben, und warum Sie die Toilette dringender benötigen als andere.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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