Morbus Crohn: Wann und wie werden Leber und Gallenwege untersucht?
Beim Morbus Crohn kann es manchmal auch zu einem Übergriff der Erkrankung auf Leber und Gallenwege kommen. Ärzte nennen das eine extraintestinale Manifestation (extraintestinal = außerhalb vom Magen-Darm-Trakt).
Einen ersten Hinweis auf eine solche Komplikation können erhöhte Leberwerte im Blut liefern. Dann wird meist eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes vorgenommen, mit besonderer Begutachtung der Region rund um die Leber. Weitere Blutwerte können andere Ursachen für erhöhte Leberwerte wie zum Beispiel eine virale Entzündung oder Autoimmunkrankheiten ausschließen.
Untersuchung der Gallenwege
Erhärtet sich der Verdacht, kann auch eine spezielle Untersuchung der Gallengänge und der Bauchspeicheldrüse erforderlich werden: die "endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikographie". Da diesen schrecklichen Begriff nicht einmal Ärzte störungsfrei aussprechen können, nennen sie die Untersuchung kurz ERCP. Sie dient vor allem dazu, eine "primär sklerosierende Cholangitis" zu erkennen. Hinter diesem Zungenbrecher steckt eine Gallenwegsentzündung, die als typische Begleiterkrankung bei Morbus Crohn gilt.
Autoren: Dr. med. Anne-Kristin Schulze/Dr. med. Jörg Zorn
