Wann ist bei Morbus Crohn eine Magenspiegelung notwendig?
Die Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm sollte im Rahmen der Anfangsdiagnostik bei Morbus Crohn erfolgen. Das empfehlen zumindest die offiziellen Experten-Leitlinien.
Ist bereits bekannt, dass ein Morbus Crohn besteht, ist eine Magenspiegelung nur dann notwendig, wenn entsprechende Beschwerden bestehen, die auf Veränderungen im oberen Verdauungstrakt hinweisen.
Während einer Magenspiegelung wird nicht nur der Magen von innen betrachtet, sondern es werden auch diverse Gewebeproben aus verschiedenen Bereichen entnommen. Hat sich der Morbus Crohn tatsächlich auf den Magen bzw. auf Magenabschnitte ausgebreitet, sind in der Regel auch Dünn- oder Dickdarm befallen.
Bei der Bezeichnung dieser Untersuchung gilt übrigens der Ärzte-Leitsatz "Warum etwas einfach ausdrücken, wenn es auch schwierig geht": Ösophagogastroduodenoskopie. Mit diesem Zungenbrecher, den selbst die meisten Mediziner nicht fehlerfrei aussprechen können, soll deutlich werden, dass das Endoskop von der Speiseröhre bis in den Dünndarm vorgeschoben wird.
Autoren: Dr. med. Anne-Kristin Schulze/Dr. med. Jörg Zorn
