Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Sind doch Bakterien im Spiel?

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Aktuelle Studien bestärken eine schon seit längerem diskutierte These zu den Ursachen von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Demnach richtet sich die Entzündungsreaktion bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen nicht gegen den gesamten Körper, sondern nur gegen “normale” Darmbakterien.

Damit wären Morbus Crohn und Colitis ulcerosa aber keine klassischen Autoimmunerkarnkungen mehr, wie bisher angenommen. Nach Informationen des Kompetenznetzes Darmerkrankungen zeigen die erwähnten Untersuchungen, dass, sobald sich bestimmte Bakterien nicht mehr im Darm befinden, das Entzündungsgeschehen vor Ort abnimmt. Die Entzündung des Darms wäre somit eher eine Folge und nicht, wie bisher angenommen, die Ursache der Erkrankung. Ursache wäre demnach eine ungenügende Abwehr bestimmter Bakterien, wie Dr. Jan Wehkamp vom Kompetenznetz erläuterte.

Diese Erkenntnis könnte zu neuen Behandlungsstrategien führen. Dazu müssen aber neue Substanzen entwickelt werden, die das Immunsystem und die Darmbarriere stärken und unterstützen.

 

Hintergrundwissen

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gelten bisher als Autoimmunerkrankungen. Das bedeutet, dass ein falsch geleitetes Immunsystem den Darm angreift und ihm erhebliche Schäden zufügt. Die Betroffenen, häufig junge Menschen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, leiden unter Übelkeit, Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen, blutigen Durchfällen sowie Schwächeanfällen.

Eine Linderung der Beschwerden wird heute meist durch die Gabe von sogenannten Immunsuppressiva erreicht. Diese sollen die Überaktivität des Immunsystems unterdrücken, haben aber oft erhebliche Nebenwirkungen.


WANC 12.09.2011
Quelle: Kompetenznetz Darmerkrankungen, Deutsche Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV)

 

 



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