Welche Spätfolgen gibt es nach überstandener Magersucht & Bulimie?

Zumindest bei lange anhaltender Magersucht oder Bulimie können auch nach der Erkrankung körperliche Beeinträchtigungen bestehen bleiben. Das muss nicht passieren, aber es kann passieren. Ursache ist dann die jahrelange massive Unterernährung.

Spätfolgen bei Magersucht und BulimieVor allem die Nieren können in Mitleidenschaft gezogen werden. Fasten, Erbrechen, Abführmittel und harntreibende Medikamente (Diuretika) verschieben das Gleichgewicht der Elektrolyte im Körper. Langfristig kann dies die Ausscheidungsfunktion der Nieren beeinträchtigen. Auch eine geringe Flüssigkeitszufuhr trägt zu einer Nierenschädigung bei. Allerdings gibt es natürlich auch viele Menchen mit früherer Magersucht oder Bulimie, die keinerlei Probleme mit den Nieren haben.

Magersucht: manchmal kann Unfruchtbarkeit auch bestehen bleiben

Ein jahrelanger Vitamin-D-Mangel infolge der Unterernährung kann zudem den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen. Die Knochen werden in der Folge zu weich oder aber porös (Osteoporose), so dass es leichter zu Knochenbrüchen kommt.

Der Haushalt der Sexualhormone kann auch nach Erreichen des Normalgewichts gestört bleiben. Nicht alle ehemals Magersüchtigen sind fruchtbar und können Kinder bekommen.

Das häufiges Erbrechen bei Bulimie kann zudem die Zahnsubstanz schädigen. Denn die Säuren des Mageninhalts greifen den Zahnschmelz an und zerstören diesen.

Alles in allem muss man aber sagen: All das ist harmlos gegenüber der Gefahr, dass die Magersucht auch auf längere Sicht nicht erfolgreich behandelt werden kann.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (10)
Magersucht - Binge Eating - Überstanden
10 Montag, den 20. Februar 2017 um 22:35 Uhr
Katrin
Ich bin mit 15 in die Magersucht gerutscht. Ich wog 58 kg bei 1,78 m und habe mich innerhalb kürzester Zeit auf 45 kg gehungert. Weil ich irgendwie nicht komplett die Realität verloren hatte, wusste ich, ich muss wieder zunehmen. Jedenfalls ging die Magersucht, die nur ca. 6 Monate andauerte, schnell in Binge Eating über. Das war für den Körper eine viel schlimmere Qual. Für das Herz, für den Magen, für den Kopf. Ich konnte nicht mehr laufen, hatte mit allen möglichen Organen Probleme diese Völlerei zu verarbeiten.
Das Binge Eating begleitete mich bis zu meinem 19. Lebensjahr. Ich hatte Glück und habe zu Höchstzeiten nur 75 Kilo gewogen. Jetzt, mit 22, kann ich sagen: Ich bin glücklich und gesund. Wiege 62 kg bei 1,79 (das Gewicht hat sich durch meine immer normaler gewordene Einstellung zum Essen von alleine reguliert). Langzeitschäden: Ich würde sagen, die Herz-Rhythmus-Störungen, die sich in der Magersuchtsphase entwickelt haben, habe ich beibehalten. Aber die sind nicht sehr schlimm und ich kann damit leben. Vielleicht habe ich auch keine weiteren Schäden, weil ich verhältnismäßig kurz so dünn war.
In letzter Zeit denke ich oft an diese schlimme Zeit und frage mich, wie ich überhaupt so krank werden konnte und frage mich noch mehr: wie stark muss ich gewesen sein, da überhaupt fast ohne Hilfe wieder rausgekommen zu sein. (Die Ärzte sagten es würde Ewigkeiten dauern, wieder normal zu werden, wenn überhaupt möglich.) Ich möchte dafür kämpfen dass Essstörungen keine Chance mehr haben! Ich würde so gerne jedem helfen der ein falsches Bild von seinem Körper oder dem Essen hat. Das Leben kann so schön sein und man kann so frei sein, ohne diese Gedanken an das Gewicht! Ich bin so stolz auf alle Menschen die sich da raus kämpfen wollen, jeder kann das schaffen!!
Ach so, eine Folge der Essstörung: Ausbleiben der Menstruation, habe ich wahrscheinlich mit dem Medikament " PHYTO L Tropfen" bekämpft. Diesen Tipp bekam ich damals von einer Frauenärztin. Habe nach einigen Monaten der Einnahme meine Regelblutung wieder bekommen.
Bulimie
9 Dienstag, den 14. Februar 2017 um 18:08 Uhr
Lotti
Ich bin 34 Jahre und habe seit meinem 16 Lebensjahr Bulimie. Zwischendurch gab es mal zwei Jahre, wo nichts wahr. Da wog ich dann aber fast 70 Kilo. Nach einigen Kommentaren war ich dann wieder in der Bulimie. Und seit dem zwischen 50 und 55 Kilo.
Seit einiger Zeit habe ich Brustschmerzen im unteren Bereich der Magenöffnung. Ich selbst bin Altenpfleger und denke mir meinen Teil.
Aber jemanden davon zu erzählen.????
Das habe ich seit 18 Jahren nicht gemacht.
Ich bin soooooo ratlos
Folgen der Magersucht
8 Freitag, den 03. Februar 2017 um 22:42 Uhr
Julia
Ich bin jetzt fast 16 Jahre alt und litt etwas über 2 Jahre an Magersucht...bin nun seit etwa einem Jahr raus aus der Krankheit und habe immer noch starke psychische Probleme. Jeden Tag muss ich über meine Figur nachdenken und mich vergleichen und es stört mich total, da ich fast nur noch über mein Gewicht und meine Figur nachdenken kann. Viele meiner Freunde haben sich deswegen abgewandt und so isoliere ich mich mehr und mehr. Ich weiß einfach keinen Ausweg mehr, da ich mit diesen Gedanken nicht glücklich werde ...sie sind permanent da.
Ich wiege zurzeit 62 Kilo bei 158 und fühle mich viel zu dick. Ich hoffe, ich kriege bald Hilfe, LG Julia
Magersucht
7 Montag, den 20. Juni 2016 um 15:37 Uhr
Christine
Ich habe als Teenager unter Magersucht gelitten. Wog nur 39 kg. Habe zwar die Krankheit fast besiegt. Das traurigste ist, dass dadurch meine Zähne kaputt gegangen sind. Leide sehr stark darunter. Mit 38 muss ich eine Prothese im Unterkiefer tragen.
Mein Rat ist, bleibt alle fern von dieser Krankheit. Es zerstört alles in eurem Leben. Es ist wie ein Schatten, der verfolgt einem für immer.
schiefe Wirbelsäule= Magersuchtsfolge
6 Dienstag, den 26. April 2016 um 12:04 Uhr
Jacqueline
Hallo, ich war lange magersüchtig und habe auch schon lange Wirbelsäulen-Beschwerden und ich frage mich, ob eine schiefe Wirbelsäule auch von der Magersucht kommt.
unser Rat zu Ihren Speiseröhrenbeschwerden
5 Samstag, den 07. November 2015 um 20:44 Uhr
Navigator-Team
Hallo Betina,

unser Rat: unbedingt zum Arzt gehen. Und zwar nicht, weil wir etwas Schlimmes vermuten, sondern weil höchstwahrscheinlich nichts Schlimmes ist. Aber diese Gedanken werden Sie erst los, wenn Sie das abklären lassen.

Alles Gute und viele Grüße
Dr. J. Zorn
Angst vor den Spätfolgen
4 Samstag, den 07. November 2015 um 16:51 Uhr
Betina la Flore
Kann jemand diese Angst nachempfinden, dass einen eine Spätfolge der Essstörung irgendwann einholt?

Ich habe momentan solch eine große Panik! Bin nun schon fast 2 Jahre stabil, aber während meines letzten Krankenhausaufenthalts hat mir einer der Ärzte gesagt, dass ein Speiseröhrenkrebs eine der Spätfolgen einer ES sein kann, wenn man sich über längere Zeit exzessiv erbricht. Seitdem hatte ich immer große Angst davor.

Seit kurzer Zeit habe ich jedoch ein komisches Gefühl im Hals. Es fühlt sich an, als hätte ich da einen Fremdkörper und das Schlucken ist unangenehm. Sodbrennen kann es nicht sein, denn das Gefühl kenne ich noch aus der Schwangerschaft, das fühlt sich ganz anders an. Eine Gastritis kann es auch nicht sein, die fühlt sich auch anders an.

Leider habe ich heute Dr. Google gefragt, was ein großer Fehler war. Denn da kam unter anderem auch Speiseröhrenkrebs und nun schiebe ich große Panik.
Ich habe aber große Angst, mich irgendwem anzuvertrauen, da ich befürchte, dass man mich nicht ernst nimmt. Ich habe sogar Angst, dass selbst mein Mann mich für diese Gedanken auslacht.

Ich weiß einfach nicht weiter. Soll ich diese Sorgen einfach ignorieren und weiterleben als wäre nichts gewesen? Oder soll ich mich an einen Arzt wenden? Ich weiß es nicht. „frown“-Emoticon ...

LG Betina
Bulimie nach 16 Jahren
3 Dienstag, den 19. Mai 2015 um 19:45 Uhr
Spatzi
Ich habe seit 16 Jahren Bulimie. Und dies jeden Tag ganz oft. Nun habe ich sehr dolle Thoraxschmerzen und Schmerzen im Speiseröhren-Bereich. Herzrhytmusstörung noch dazu.
.
2 Sonntag, den 01. Februar 2015 um 12:50 Uhr
CE
Guter Artikel & interessanter Kommentar.. Medikamente können eine Hilfe sein und auch ein Segen - ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass die oft schnell und leichtfertig verschrieben werden.
Auch und besonders bei Klinikaufenthalten, auch wenn da wenigstens eine gute Überwachung gegeben ist.
Welche Spätfolgen gibt es nach überstandener Magersucht/Bulimie?
1 Mittwoch, den 31. Dezember 2014 um 01:03 Uhr
Kreatur
Man fragt nach Spätfolgen, Auswirkungen, man weiß, wie sich Bulimie auf den Körper, die Psyche auswirkt, aber so gut wie Niemand fragt nach der wahren Ursache von Essstörungen. Viele Menschen, sogar Ärzte, reagieren richtiggehend dreist, wenn sie die Ursache bei den Patienten suchen und ihnen indirekt, oder sogar direkt die Schuld an ihrem Zustand zuschreiben. Ach was schreib ich von Bulimie, es ist bei fast allen Krankheiten, die ihre Ursache in der psychischen Überlastung der Patienten haben, so, dass es nur der Patient sein kann, der bei sich die Krankheit verursacht hat. Was folgt: Die Patienten werden nicht selten einer Zwangsmedikation unterworfen, weil es viel zu viele pharmagläubige Ärzte gibt. Sucht die Ursache für psychische Störungen im Umfeld eurer Patienten und schaltet diese Ursachen dann dort aus. Aber dann würde die Pharmaindustrie nicht einmal mehr die Hälfte der Medikamente an den Patienten bringen, als momentan!!!!!!!!!!!
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