Die wichtigsten Fragen auf einen Blick
Auf diesem Portal finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Magersucht und Bulimie.
Wir, ein Team aus Ärzten und Patienten, stellen laufend weitere Fragen und Antworten ein. Wenn Sie bestimmte Themenwünsche haben, schreiben Sie uns!
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Seit wann gibt es eigentlich die Magersucht?
Alle Indizien sprechen dafür, dass die Magersucht eine "moderne" Erkrankung ist. Oder sagen wir besser, eine, die dem modernen Leben geschuldet ist. Die erste wissenschaftliche Erwähnung der "Anorexia" stammt aus dem Jahre 1868. Bei einer so auffälligen Erkrankung (wenn junge Menschen freiwillig aufs Essen verzichten, ist das ja praktisch nicht zu übersehen, in früheren und ärmeren Zeiten noch um so weniger) müsste man mit deutlich früheren Berichten rechnen – wenn es die Erkrankung denn schon gab.
Warum ist Fürsorge oft genau das falsche, um seinen Liebsten mit Magersucht zu helfen?
Wenn das eigene Kind oder der Partner an Magersucht erkrankt, ist der natürlichste Instinkt der Welt, rasch helfen zu wollen. Man kann ja nicht tatenlos zusehen, wie sich seine Liebste (und zunehmend häufig auch sein Liebster) sichtbar zum Skelett runterhungert. Aber leider ist das, was man dann als Eltern oder Freund am meisten will, nämlich fürsorglich in die Arme nehmen und aktiv mithelfen beim Gegensteuern, genau das falsche.
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Stimmt es, dass homosexuelle Jugendliche häufiger eine Magersucht entwickeln?
Ja, und zwar deutlich. In einer Untersuchung zu diesem Thema waren 53% aller Jungs und Männer mit Essstörungen homosexuell. Das ist enorm viel, wenn man sich vor Augen führt, dass die Gesamthäufigkeit der Homosexualität nur bei 1-5% liegt.
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Warum sind Models alles andere als gute Vorbilder?
Weil sie unterernährt sind. Zumindest die meisten. Und zwar in einem Maße, das meist irgendwo zwischen stark gesundheitsgefährdet bis ernsthaft krank liegt.
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Was passiert in einer Selbsthilfegruppe für Magersucht?
Wie genau eine Selbsthilfegruppe organisiert ist und in welcher Form sie zusammenkommt, ist natürlich von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich. Entscheidend mitbestimmt wird das letztlich ja auch durch die Teilnehmer. Aber es gibt auch viele Gemeinsamkeiten, die man in fast allen Gruppen antrifft.
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Wie stehen die Chancen, dass eine Magersucht vollständig geheilt wird?
Wenn man unter "vollständiger Heilung" versteht, dass Ernährung und Gewicht sich normalisieren und eine normale Lebenserwartung besteht, stehen die Chancen relativ gut. Etwa 70-80% der jugendlichen Magersüchtigen finden den Weg aus der Ess-Störung heraus – wenn sie denn adäquat behandelt werden. Und um so früher die Therapie beginnt, um so besser ist nachweislich die Prognose.
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Was bringt eine Psychotherapie bei Magersucht?
Mitunter eine ganze Menge. Zumindest sind die Vorbehalte einiger Eltern gegen eine solche Behandlungsmethode ("Meine Tochter ist doch nicht geisteskrank") völlig unberechtigt, denn in der Tat liegt die Ursache einer Magersucht ja vermutlich häufig in einer unbewussten "Überkontrolle".
Wie gehen Menschen mit Magersucht mit dem Hunger um?
Wer zu wenig isst, hat Hunger. Das geht auch Menschen mit Magersucht so. Der nagende Hunger führt dazu, dass die Gedanken ständig ums Essen kreisen. Da aber die Gedanken an das selbst definierte Wunschgewicht und die dazugehörige "Verbotsliste" stärker sind, wird der Hunger nicht ausreichend gestillt.
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Magersucht und Bulimie: Die Männer holen auf
Essstörungen sind bekanntermaßen eher eine Krankheit der jungen Frauen. Aber die Häufigkeit bei Männern nimmt zu. Eine Studie zeigt, dass unter Störungen im Essverhalten wie Magersucht, Bulimie und dem sogenannten Binge-Eating (im weitesten Sinne Fress-Anfälle) derzeit 5,9% der Frauen und 1,5% der Männer leiden.
Kann der Arzt anhand von Blutuntersuchungen feststellen, ob eine Magersucht vorliegt?
Nein, zumindest nicht im Sinne eines klaren Beweises. Es gibt also keinen eindeutigen Blutwert, der so nur bei Magersucht oder Bulimie vorkommt.
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Warum schimmert die Haut an Händen und Füßen bei Magersüchtigen manchmal so bläulich?
Was man an den Händen und Füßen von Menschen mit Magersucht manchmal bläulich schimmern sieht, sind die Venen. Die Unternährung führt dazu, dass immer mehr Unterhautfettgewebe abgebaut wird und das wiederum lässt die Venen stärker hervortreten.
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Warum leiden Magersüchtige häufig unter Verstopfung?
Die mangelnde Nahrungszufuhr bei Magersucht führt im Darm zu einer nachlassenden Aktivität. Es gibt nichts zu tun, also wird der Darm träge.
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Magersucht: Frühsymptome unbedingt ernst nehmen
Viele Eltern von Töchtern, die eine Neigung zur Magersucht haben, verschließen möglicherweise zu lange die Augen vor dem Problem. Dies zumindest deutet eine Untersuchung der Universität Dresden an.
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Warum heißt die Magersucht auch Anorexia nervosa?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Anorexia nervosa ist zwar der medizinische Fachbegriff für die Magersucht - aber er ist in jeder Hinsicht falsch.
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Magersucht: Woran kann man die extreme Gewichtskontrolle im Alltag erkennen?
Für die Angehörigen und Freunde von Magersüchtigen ist die extreme Gewichtsabnahme natürlich oft das auffälligste Anzeichen, dass vielleicht irgendetwas nicht stimmt. Es gibt aber auch noch andere Hinweise, bei denen Sie stutzig werden und vielleicht doch mal etwas genauer hinschauen sollten.
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Welche Medikamente benutzen Magersüchtige häufig, um das Abnehmen zu beschleunigen?
Abführmittel und Entwässerungstabletten. Beide Arzneigruppen sind aus Sicht der Betroffenen "effektiv", aber leider auch mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden.
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Stimmt es, dass Magersüchtige sich manchmal auffällig kalt anziehen?
Ja. Es gibt Jugendliche mit Magersucht, die sich absichtlich nicht warm genug anziehen, um durch das Frieren stärker abzunehmen. Meist haben sie zuvor irgendwo gelesen oder gehört, dass man beim Frieren mehr Energie verbraucht.
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Stimmt es, dass Magersüchtige häufig zwanghaft sind?
Es ist zumindest richtig, dass Jugendliche mit Magersucht relativ häufig eine eher introvertierte und pflichtbewusste Persönlichkeitsstruktur haben. Auch ein Hang zum Perfektionismus und zur Zwanghaftigkeit ist häufiger anzutreffen als bei Menschen ohne Essstörung.
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Stimmt es, dass Magersüchtige vor dem Erwachsenwerden flüchten?
Es gibt zumindest einige Experten, die das so sehen. Insbesondere, wenn man sich der Entstehung einer Magersucht psychoanalytisch nähert, ergibt diese Annahme auch durchaus Sinn.
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Welche Sportarten oder anderen Aktivitäten erhöhen bei Jugendlichen das Risiko für eine Magersucht?
Eine der wesentlichen Ursachen der Magersucht (und vor allem ihrer Zunahme) ist der weit verbreitete Schlankheitswahn in unserer Gesellschaft. "Superschlank sein" steht für Erfolg und Anerkennung. "Wer dick ist, steht auf der Verliererseite.
Wie viele Menschen sterben an ihrer Magersucht?
Leider ist die Sterberate bei Menschen mit fulminanter Magersucht sehr hoch: Bei etwa 10-15% der Betroffenen endet die Erkrankung tödlich.
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Wie wirkt sich der Aufenthalt in einer betreuten Wohngruppe für Magersucht und Bulimie auf den beruflichen Lebenslauf aus?
Da die Wohngruppenmitglieder ihren normalen Tagesaktivitäten wie Schule, Praktikum oder Beruf nachgehen, entstehen keine Lücken im Lebenslauf. Vorteil ist zudem, dass eventuell auftretende Probleme in diesen Bereichen mit den Therapeuten in der Wohngruppe besprochen werden und Lösungsstrategien gefunden werden können.
Wer kann in eine Wohngruppe für Magersucht und Bulimie ziehen?
Hier haben verschiedene Einrichtungen möglicherweise unterschiedliche Bestimmungen. Bereits ab einem Alter von 14 Jahren ist eine Wohngruppe möglich.
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Welche Betreuung erhält man in Wohngruppen für Magersucht und Bulimie?
Für solche Wohngruppen ist im Idealfall ein interdisziplinäres Team (interdisziplinär = verschiedene Fachdisziplinen) tätig, das rund um die Uhr medizinisch, pädagogisch, psychotherapeutisch und ernährungstherapeutisch unterstützend zur Seite steht. Aber auch Alltagstätigkeiten wie Schule und Beruf sollen und können die Patienten nachgehen.
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Nach der Therapie: Müssen Jugendliche mit Magersucht nach Hause zurück?
Wenn Betroffene nach einer Therapie nicht ins häusliche Umfeld oder in die Familie zurückkehren wollen oder können, besteht die Möglichkeit, eine Zeit lang in eine betreute therapeutische Wohngruppe zu ziehen.
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Kostet der Besuch einer Beratungsstelle für Magersucht oder Bulimie Geld?
Nein, der Besuch einer Beratungsstelle ist kostenlos und verpflichtet zu nichts. Hier können Betroffene sich in Ruhe und unverbindlich beraten lassen und anschließend eine Entscheidung treffen.
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Erfahren die Eltern von dem Besuch in einer Beratungsstelle für Magersucht oder Bulimie?
Nein, Kinder und Jugendliche können sich ohne Kenntnis der Eltern beraten lassen. Mitarbeiter der Beratungsstelle sind an die Schweigepflicht gebunden.
Müssen die Eltern von einer Therapie der Magersucht oder Bulimie erfahren?
Diese Frage stellt sich manch eine Betroffene, weil es ihr unangenehm ist, ihre Eltern oder Freunde einzuweihen. Allerdings kann diese Geheimhaltung meist ohnehin nicht lange aufrechterhalten werden und ist auch nicht sinnvoll.
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Wem können sich Betroffene mit Magersucht oder Bulimie anvertrauen?
Viele Menschen mit Magersucht oder Bulimie haben Angst, sich Eltern, Familie oder Freunden anzuvertrauen und verheimlichen diesen deshalb die Krankheit. In diesem Fall ist vielleicht erst einmal eine Beratungsstelle zu empfehlen, deren Mitarbeiter sich mit Essstörungen gut auskennen und Betroffenen weiter helfen können.
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Gibt es für Angehörige von Magersucht- oder Bulimie-Patienten Hilfsmöglichkeiten und Unterstützung?
Es gibt Selbsthilfegruppen für Angehörige essgestörter Patienten. Möglich ist auch, selbst eine Psychotherapie zu beginnen und mit einem Therapeuten über die Dinge zu sprechen, die einen belasten.
Wie kann bei Magersucht oder Bulimie die Hilfe von Familienmitgliedern, Partnern oder Freunden aussehen?
Um das Essverhalten essgestörter Patienten zu verändern, braucht es in der Regel eine länger andauernde Therapie. Nahe stehende Personen können das Essverhalten kaum beeinflussen, das gelingt sehr viel eher "neutralen" und fachkundigen Therapeuten.
Wo können Angehörige, Partner oder Freunde Informationen über Magersucht und Bulimie bekommen?
Informationen können nahe stehende Personen etwa bei Beratungsstellungen und Organisationen erhalten, die sich mit Essstörungen auskennen. Im Internet bieten verschiedenste Seiten umfassende Informationen an.
Wie sollen Familie, Partner oder Freunde mit Magersucht- oder Bulimie-Patienten umgehen?
Die Konfrontation mit einer Essstörung bei einem Menschen, der einem nahe steht, verunsichert die meisten zuerst. Unverständnis steht dem Kontakt und der Kommunikation mit dem Erkrankten im Wege. Deshalb sollte der erste Schritt sein, sich Informationen über Magersucht bzw. Bulimie einzuholen.
Sollte die Klinik bei einer stationären Magersucht-Therapie lieber näher am Heimatort sein oder entfernt davon?
Die Lage der Klinik kann für manche Patienten eine wichtige Rolle spielen. Manche Betroffene möchten weiter weg, um möglichst viel Abstand vom privaten Umfeld zu gewinnen. Mitunter raten auch die Ärzte und Therapeuten dazu.
Was muss im Zusammenhang mit stationären Aufenthalten bei der Krankenkasse beantragt werden?
Folgende Leistungen müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse gesondert beantragen, wenn Sie einen stationären Aufenthalt planen:
Was tun, wenn die Wartezeit für einen stationären Therapieplatz sehr lang ist?
Viele Kliniken haben Wartelisten für Patienten, die eine stationäre Therapie machen möchten. In dringenden Fällen ist die Abteilung sicher bemüht, Patienten so früh wie möglich aufzunehmen. Sind die Wartezeiten zu lang, besteht zum einen die Möglichkeit, in eine andere Klinik zu gehen.
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Wie werden Kinder, die ihre Mutter in die Klinik begleiten, dort betreut?
Machen Mutter oder Vater eine stationäre Therapie und nehmen ihr Kind mit in die Klinik, ist das Angebot für Kinder unterschiedlich. Schulkinder können manchmal in der Klinik oder in örtlichen Schulen unterrichtet werden. Ähnliches gilt für Kindergartenkinder.
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Wie hoch dürfen zu leistende Zuzahlungen für Krankenkassenleistungen sein?
Zuzahlungen dürfen die Belastungsgrenze von maximal 2% des Bruttoarbeitslohns im Jahr nicht übersteigen. Für chronisch Kranke gilt der reduzierte Satz von 1%.
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Entstehen dem Patienten Kosten, wenn während eines Klinikaufenthalts eine Haushaltshilfe bestellt wird?
Hier ist wie auch beim stationären Aufenthalt eine Zuzahlung zu leisten.
Kann man eine stationäre Therapie auf eigenen Wunsch ab- oder unterbrechen?
Grundsätzlich kann man niemanden zu einer Behandlung zwingen, und insbesondere eine Psychotherapie setzt voraus, dass der Betroffene auch den Willen hat, sich zu verändern. Somit kann der Betreffende eine Behandlung auch abbrechen, wenn er sich innerlich ohnehin dagegen weigert oder aber sich bereits "geheilt" fühlt.
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