Wann spricht man bei akuter Leukämie (ALL oder AML) von Heilung?

Wenn man mit akuter Leukämie nach Abschluss der sogenannten Induktions-Chemotherapie fünf Jahre lang keinen Rückfall erleidet, gilt man als geheilt. Das gilt sowohl für die akute myeloische Leukämie (AML) als auch die akute lymphatische Leukämie (ALL).

 

Das große Ziel: 5 Jahre ohne Rückfall

Es gibt allerdings auch Unterschiede. Bei beiden Formen der akuten Leukämie beginnt die Behandlung in aller Regel mit einer hochdosierten Chemotherapie. Diese Induktions-Chemotherapie hat zum Ziel, die Leukämie-Zellen zunächst einmal effektiv zurückzudrängen. Danach folgt eine sogenannte Erhaltungstherapie. Das ist im Prinzip eine etwas niedriger dosierte Chemotherapie, die ein Wiederaufflammen der Leukämie verhindern soll. Diese Erhaltungstherapie spielt bei der ALL aber eine wesentlich größere Rolle und dauert auch länger als bei der AML.

Insofern ist die sensible Zeitspanne von fünf Jahren, während der ein Rückfall (die Ärzte sprechen von Rezidiv) auftreten kann, bei der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) noch stärker ausgefüllt von einer aktiven Therapie. In der Quintessenz bleibt es aber dabei: So oder so gelten fünf rezidivfreie Jahre als Heilung.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

 

 





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