Erhöht Radioaktivität das Leukämie-Risiko?
Ja, zumindest bei hohen Dosen radioaktiver Strahlen ist ein erhöhtes Leukämie-Risiko nachgewiesen. So kam es im Umfeld der japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki nach den Atombombenabwürfen von 1945 zu deutlich gehäuften Leukämie-Fällen, vor allem akuten Leukämien.
Da sich Leukämien aus den Zellen des Knochenmarks bilden, also aus Zellen, die schnell wachsen und sich häufig teilen, ist die Empfindlichkeit gegenüber Strahlen naturgemäß besonders groß. Der Verdacht, dass auch diagnostische Röntgenuntersuchungen Leukämien auslösen können, ist allerdings nicht bewiesen (aber auch nicht komplett vom Tisch). Bei den meisten Leukämie-Patienten findet sich jedenfalls keine erhöhte Strahlenbelastung in der Vergangenheit. Dasselbe gilt für Leukämie-Fälle in der Nähe von Atomkraftwerken. Dieser Zusammenhang ist nicht nachgewiesen, aber auch nicht endgültig entkräftet.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
