Wird das Risiko für eine Leukämie vererbt?
Nein, zumindest nicht in klassischem Sinne. Es sind Fälle beschrieben, in denen in bestimmten Familien aufgrund von Gendefekten gehäuft Leukämien auftraten, aber eine typische Erbkrankheit ist die Leukämie deswegen nicht.
Denn zum einen lässt sie sich nicht auf einen bestimmten Gendefekt zurückführen, zum anderen tritt sie normalerweise nicht familiär gehäuft auf.
Auf der anderen Seite gibt es die Beobachtung, dass in Familien, in denen es schon häufiger zu einer Krebserkrankung kam, Leukämien etwas öfter auftreten. Das spricht zumindest dafür, dass eine gewisse Veranlagung zur Entartung von Zellen vorhanden sein könnte. Und auch das sogenannte Philadelphia-Chromosom, eine Chromosomen-Anomalie, die bei bestimmten Leukämien überzufällig häufig auftritt, ist ein Indiz, dass die Gene eine Rolle spielen. Aber eben nicht im Sinne der klassischen Vererbung.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
