Welchen Vorteil haben fremde Stammzellen gegenüber den eigenen?
Bis vor kurzem dachte man, überhaupt keinen. Denn die "fremden" (allogenen) Stammzellen von Knochenmarkspendern bzw. die sich daraus entwickelnden weißen Blutkörperchen betrachten die Körperzellen des Empfängers – obwohl man bei der Auswahl des Spenderknochenmarks eine möglichst große Ähnlichkeit anstrebt – als fremd und greifen sie an: Zum Teil sehr gravierende Nebenwirkungen sind die Folge.
Dieses Problem besteht bei autologem Spendermaterial (eigene Knochenmarkzellen, die früher entnommen und konserviert wurden) natürlich nicht.
Neue Argumente für das "fremde" Knochenmark
Inzwischen aber verdichten sich die Hinweise, dass das "fremde" Knochenmark auch Vorteile hat. Offenbar ist es nämlich so, dass sich die Spenderzellen nicht nur gegen gesundes Körpergewebe richten. Sie bekämpfen auch die noch übrig gebliebenen Leukämie-Zellen. Und das so effektiv, dass man mittlerweile davon ausgeht, dass die Erfolge einer allogenen Knochenmarktransplantation plus Hochdosis-Chemotherapie sehr viel stärker auf die Spenderzellen als auf die Chemotherapie zurückgehen.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
