Was ist die Grundidee hinter der Stammzelltransplantation bei Leukämie?
Das Problem an der Behandlung der Leukämie ist, dass es mit der Chemotherapie meist nicht gelingt, wirklich alle Leukämie-Zellen auszulöschen. Um das nämlich zu erreichen, müsste man so hohe Dosen der Zytostatika einnehmen, dass auch alle, oder zumindest zu viele gesunde Knochenmarkzellen vernichtet werden würden.
Der Hintergrund: Fast alle Präparate der Chemotherapie greifen die Leukämie-Zellen an, in dem sie deren Vermehrung, sprich deren Zellteilung unterbinden. Daher auch der Name "Zytostatika" (Zyto = Zelle ; statika = aufhalten). Leider trifft dieser Zellteilungs-Angriff aber nicht nur die Tumorzellen, sondern auch die blutbildenden Zellen im Knochenmark. Und von diesen lebenswichtigen "jungen" Blutzellen (Stammzellen) dürfen nicht zu viele kaputt gehen.
Höhere Dosis der Chemotherapie möglich
Womit wir endlich den Bogen zur Stammzelltransplantation geschlagen haben. Das Prinzip: Man dosiert die Chemotherapie doch so hoch, dass alles kaputt geht, also Leukämie-Zellen und Knochenmarkzellen, und transplantiert dann unmittelbar danach neue Stammzellen ins Knochenmark, um die lebensgefährliche Lücke sofort wieder zu schließen. Die transplantierten Stammzellen können dabei von einem passenden Spender stammen oder sogar von einem selbst, wenn früher welche entnommen wurden.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
