Wo entnimmt man bei einer Knochenmarkspende das Gewebe vom Spender?
Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder das Knochenmarkgewebe wird direkt aus dem Knochen entnommen. Genauer gesagt aus dem Beckenkamm. Das passiert unter Narkose, ist also für den Spender ein richtiger operativer Eingriff.
Oder die Stammzellen, um die es ja geht, werden aus dem Blut gewonnen. Das ist die heute sehr viel gebräuchlichere Methode. Dabei kann zwar auf eine Operation verzichtet werden. Allerdings müssen die Spender vorher mit einem sogenannten Wachstumsfaktor behandelt werden, der dafür sorgt, dass reichlich neue Stammzellen im Knochenmark gebildet und ins Blut geleitet werden. Der Wachstumsfaktor heißt "Granulozyten-Makrophagen-koloniestimulierender Faktor" oder kurz G-CSF. In bis zu drei Sitzungen können dann die Stammzellen durch eine Art Blutwäsche vom Spender entnommen werden.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
