Impfung gegen akute Leukämie?
Bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) bleiben bei vielen Patienten nach der Chemotherapie bösartige Zellen im Körper. Wenn die irgendwann wieder aktiv werden, ist die Erkrankung häufig kaum mehr aufzuhalten. Jetzt wird eine Impfung getest, die das Immunsystem stärken soll, um diese restlichen Zellen zu zerstören.
Die Impfung basiert auf der Erkenntnis, dass die Zellen des Immunsystems Krankheitserreger aufspüren, später wiedererkennen und eine Immunreaktion veranlassen. Die Leukämie-Impfung soll die Zellen des Immunsystems (sogenannte dendritische Zellen) nun auf das Erkennen und Bekämpfen von bestimmten Tumoren “einstellen”. Dazu werden dem Patienten Immunzellen entnommen und im Labor so behandelt, dass sie quasi zu Spezialkämpfern gegen AML-Zellen werden.
Doch ganz einfach ist dieser Vorgang nicht. Bisher ist das Forschern nur mit mäßigem Erfolg geglückt. Doch Münchner Wissenschaftlern ist es nun gelungen, die Spezial-Einheiten innerhalb von drei Tagen so zu züchten, dass sie effektiv die AML-Tumorzellen bekämpfen können. Ob das auch in der Praxis funktioniert, wird jetzt getestet.
Wenn die Studien erfolgreich verlaufen, dann lässt sich mit diesem Verfahren möglicherweise eine Impfung auch für andere Tumorarten entwickeln.
WANC 09.12.2011
Quelle: Klinik der Universität München
