Migräne: Neue Medikamente in Sicht
Ärzte beklagen genauso wie Patienten, dass die heute verfügbaren Medikamente gegen Migräne nur bedingt helfen, aber erhebliche Nebenwirkungen haben. Bis 2013 sollen aber neue Arzneimittel verfügbar sein, die besser den Schmerz eindämmen und weniger Kompikationen mit sich bringen.
Prof. Jean Schoenen (Liege, Belgien) kann nicht erkennen, dass die bisherigen Behandlungsstrategien gegen Migräne den meisten Patientinnen und Patienten wirkliche Schmerzlinderung bringen. Nur bei der Hälfte der Betroffenen wirken die Medikamente zur Vorbeugung von Attacken. Von den Mitteln gegen akute Anfälle helfen immerhin 70%, stellt er fest. Die Hilfe wird allerdings in der Regel durch erhebliche Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten geschmälert.
Neue Behandlungsoptionen mit weniger Nebenwirkungen
Die Situation könnte sich in den nächsten Jahren verbessern. Denn es stehen neue Mittel vor der Zulassung: Dazu gehören die sogenannten Gepants und die Substanz Lasmiditan. Im Vergleich zu den bisher am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen – den Triptanen – sollen sie mindestens gleich wirksam sein. Ihnen eilt aber der Ruf voraus, viel besser vertragen zu werden und praktisch keine Nebenwirkungen zu haben. Vor allem deshalb, weil sie die Blutgefäße nicht verengen.
Kopfschmerz-Experten sehen zwei weitere Therapiemöglichkeiten. Die eine ist die Injektion von Onabotulinumtoxin A (Botox). Das Mittel soll vor allem in der Vorbeugung chronischer Migräne immerhin rund einem Drittel der Patienten helfen. Dafür notwendig sind Spritzen in die Muskelregionen von Kopf, Gesicht und Nacken. Außerdem werden verschiedene Methoden getestet, durch elektrische oder elektromagnetische Impulse bestimmte Nervenstrukturen zu beeinflussen und die schmerzbringenden Prozesse zu modulieren.
WANC 26.09.2011
Quelle: EFIC 2011: VII. Europäischer Schmerz-Kongress
