Warum ist es bei der antiretroviralen Therapie so wichtig, die Medikamente ohne Unterbrechung und möglichst hochdosiert einzunehmen?
Das wichtigste Ziel der medikamentösen Behandlung ist die Verringerung der "Viruslast". Das heißt, die Zahl der aktiven Viren soll so weit heruntergeschraubt werden wie nur irgend möglich.
Wird eine solche Behandlung inkonsequent durchgeführt, zum Beispiel indem die Therapie unterbrochen oder die Dosis stark reduziert wird, steigt das Risiko, dass sich die Viren auf die Medikamente einstellen und resistent werden. Denn leider ist das HI-Virus extrem wandlungsfähig und auch in der Lage, bei Kontakt mit Angreifern (den antiviralen Wirkstoffen) Gegenmaßnahmen zu ergreifen, so dass es unempfindlich gegen die Therapie wird.
Deshalb gilt: Gerade zu Beginn Unterbrechungen der Behandlung unbedingt vermeiden und in der Dosis in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt die tolerable Höchstdosis anpeilen. Die Resistenzgefahr ist auch einer der Gründe, warum fast immer mehrere antiretrovirale Wirkstoffe parallel eingesetzt werden.
