Die wichtigsten Fragen auf einen Blick
Auf diesem Portal finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Fragen und Antworten zu HIV und AIDS.
Wir, ein Team aus Ärzten und Patienten, erweitern die Fragen und Antworten kontinuierlich.
Wenn Sie bestimmte Themenwünsche haben, zögern Sie nicht uns zu schreiben, wir versuchen das dann so rasch wie möglich zu berücksichtigen.
Ihr Navigator-Team
Umstritten: Die Pille zum Aids-Schutz
Ist das nun der Durchbruch? Gibt es sie wirklich – die Pille gegen Aids, die gegen eine Infektion mit dem HI-Virus schützen kann? Zumindest befürwortet die US-amerikanische Arzneiaufsichtsbehörde FDA, das Medikament mit dem Namen Truvada® zum Schutz vor einer HIV-Infektion auch gesunden Menschen zu verschreiben.
HIV: “Jede Neuinfektion ist eine zuviel”
So hat Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel die neuesten Daten von UNIAIDS, dem gemeinsamen Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS, kommentiert. Demnach infizieren sich jede Minute fünf Menschen mit HIV, 2,7 Millionen waren es allein 2010, davon rund 390.00 Kinder. Weltweit leben rund 34 Millionen Menschen mit HIV/AIDS, sagt UNIAIDS.
Alle HIV-Medikamente bekämpfen alle Virentypen
Die Befürchtung wurde laut: Können die aktuell verfügbaren Medikamente gegen HIV wirklich alle Virentypen gleichermaßen wirksam bekämpfen? Ein Studie in der Schweiz hat das jetzt überprüft und eine Antwort gefunden: Ja, alle Medikamente wirken gegen jeden Subtyp des Aids-Erregers HIV.
Welche Nebenwirkungen können unter Behandlung mit Nukleosid-Analoga (NRTI) auftreten?
Durch den Eingriff in die Doppelstrang-Bildung der DNA sind die möglichen Nebenwirkungen leider sehr zahlreich. Denn neben den Virus-befallenen Zellen werden auch andere Körperzellen von den Nukleosid-Analoga beeinträchtigt - vor allem die sich rasch vermehrenden Zellen.
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Was ist das Wirkprinzip von Nukleosid-Analoga?
Nukleosid-Analoga waren die ersten Wirkstoffe gegen die HIV-Infektion, die auf den Markt kamen. Das Wirkprinzip beruht wie bei fast allen Nachfolger-Medikamenten auch auf einer Unterbindung oder zumindest Einschränkung der Viren-Vermehrung.
Wie vermehrt sich das HI-Virus im Körper?
In Kurzform: Das Virus dockt an Immunzellen an, schleust sein Erbmaterial in die Abwehrzellen ein und bringt die Wirtszellen dazu, neue Viren zu produzieren. Die werden dann in großer Zahl ausgeschwemmt und suchen sich wiederum neue Abwehrzellen, die sie befallen können.
Was bedeutet eigentlich Retrovirus?
Ein Retrovirus ist dadurch gekennzeichnet, dass es keine eigene DNA hat, sondern nur aus einem einzelnen Strang RNA (Ribonukleinsäure) besteht. Dazu kommen noch ein paar Eiweißstoffe und eine Hülle. Um sich zu vermehren, muss das Virus in eine tierische Zelle eindringen und dort seine RNA in DNA umwandeln lassen.
Was bedeutet HAART-Therapie?
Der Begriff HAART bedeutet hochaktive antiretrovirale Therapie und steht für die medikamentöse Behandlung mit drei bis vier Wirkstoffen gleichzeitig. Dahinter steht das seit Mitte der 90er Jahre etablierte Schema, die HI-Viren routinemäßig mit mehreren Medikamenten gleichzeitig anzugreifen.
Warum werden bei der antiretroviralen Therapie meistens mehrere Wirkstoffe kombiniert?
Die Kombination mehrerer antiretroviraler Wirkstoffe verringert die Gefahr, dass das HI-Virus gegen die Behandlung resistent wird. Bei einer Monotherapie gelingt es den Viren häufig, sich innerhalb kürzester Zeit so zu verändern, dass sie gegen das Medikament unempfindlich werden.
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Warum ist es bei der antiretroviralen Therapie so wichtig, die Medikamente ohne Unterbrechung und möglichst hochdosiert einzunehmen?
Das wichtigste Ziel der medikamentösen Behandlung ist die Verringerung der "Viruslast". Das heißt, die Zahl der aktiven Viren soll so weit heruntergeschraubt werden wie nur irgend möglich.
Kann man HIV auch dann noch auf andere Menschen übertragen, wenn man antiviral behandelt wird?
Leider ja. Zwar gelingt es mit den modernen antiviralen Wirkstoffen häufig, die Vermehrung des HI-Virus über lange Zeit zu stoppen oder zumindest einzudämmen, ganz verschwunden sind die Viren aber nicht.
HIV-positiv: Woran sollte man trotz des Schocks unbedingt denken?
Die Eröffnung, dass man HIV-positiv ist, stürzt einen zunächst einmal in eine Art Schock-Zustand. Zumindest geht das den meisten so. Erst wenn dann ein paar Wochen vergangen sind und klar wird, dass die Diagnose nicht zwingend bedeutet, dass man todkrank ist, ordnen sich die eigenen Gedanken wieder.
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HIV-positiv: Mit welchen Tests wird die Prognose beurteilt?
Ist ein HIV-Test positiv ausgefallen (liegt also eine HIV-Infektion vor), werden in der Regel zwei Tests zur Beurteilung der Prognose durchgeführt: die Bestimmung der Virenlast und die Bestimmung der T-Helfer-Zellen (CD4-Lymphozyten).
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Warum wird nach der HIV-Diagnose meist als erster Schritt die "Virenlast" bestimmt?
Der etwas technokratisch anmutende Begriff "Virenlast" meint nichts anderes als die Anzahl der HI-Viren im Blut. Wenn ein HIV-Test positiv ausgefallen ist, also eine Infektion nachgewiesen wurde, ist die Bestimmung der Virenmenge ein wichtiger prognostischer Parameter.
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Was passiert als nächstes, wenn der HIV-Test positiv ausfällt?
Wenn der erste HIV-Test positiv ausfällt, das heißt, eine HIV-Infektion anzeigt, wird in jedem Fall mit einem zweiten Test nachkontrolliert, denn es kann in Einzelfällen vorkommen, dass ein Testergebnis "falsch positiv" ausfällt (also eine Infektion anzeigt, obwohl keine vorliegt).
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Muss ein Kaposi-Sarkom immer mit einer Chemotherapie behandelt werden?
Nein. Solange die Kaposi-Herde nur an der Haut auftreten, genügt manchmal auch eine äußerliche Behandlung, z.B. mit flüssigem Stickstoff, Bestrahlungen oder einer örtlichen Chemotherapie.
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Wie äußert sich ein Kaposi-Sarkom zu Beginn?
Typische erste Anzeichen eines Kaposi-Sarkoms sind rötliche oder lilafarbene Flecken auf der Haut. Relativ häufig sind dabei die Beine betroffen.
Stimmt es, dass vor allem Männer ein Kaposi-Sarkom bekommen?
Ja. HIV-infizierte Männer entwickeln deutlich öfter ein Kaposi-Sarkom als HIV-infizierte Frauen. Und es gibt noch eine weitere epidemiologische Besonderheit:
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Wo im Körper entsteht ein Kaposi-Sarkom?
Das Kaposi-Sarkom ist ein Tumor der Blutgefäße, exakter der Gefäßwand. Äußerlich erkennbar wird er meist zuerst an der Haut und an der Mundschleimhaut, in Form von rötlichen oder purpurfarbenen Flecken.
Welches ist die häufigste Krebserkrankung bei HIV-infizierten Menschen?
Das Kaposi-Sarkom. Dieser Tumor, der sich aus den Zellen der Blutgefäße bildet, kommt bei Menschen ohne HIV so gut wie nie vor. Bei HIV-Infizierten ist das Kaposi-Sarkom hingegen die häufigste Krebserkrankung und gilt als klassische Komplikation bei fortgeschrittener Aids-Erkrankung.
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Was für Beschwerden verursacht die Kryptosporidiose?
Die Kryptosporidiose wird von Sporentierchen ausgelöst, die sich im Darm ansiedeln. Normalerweise schützt die körpereigene Abwehr vor einer Infektion, doch bei Aids ist eine Kryptosporidiose nicht selten.
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Was für eine Erkrankung ist die Kryptosporidiose?
Die Kryptosporidiose ist eine Infektion mit Parasiten. Die zu den Sporentierchen gehörenden Kryptosporidien leben normalerweise im darm von Tieren.
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Welche Körperregion ist von einer Toxoplasmose betroffen?
Das Gehirn. Toxoplasmen führen bei stark geschwächter Abwehr zu Hirninfektionen. Je nach Ausbreitung des Erregers kann es durch die Toxoplasmose zu Verwirrtheit, Sprach- und Bewegungsstörungen und auch zu Anfällen kommen.
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Wie wird die Toxoplasmose übertragen?
Erreger der Infektionskrankheit Toxoplasmose ist ein Parasit namens Toxoplasma gondii. Er wird von Katzen auf den Menschen übertragen.
Was für eine Erkrankung ist die Toxoplasmose?
Die Toxoplasmose ist eine Infektion des Gehirns. Während sie bei Gesunden fast nie auftritt, kommt die Toxoplasmose bei Aids relativ häufig vor.
Warum nimmt die Zahl schwerer Pneumocystis-Lungenentzündungen seit einigen Jahren ab?
Eine Lungenentzündung mit dem Erreger Pneumocystis carinii ist bei Aids potentiell lebensbedrohlich. Dass die Zahl schwerer Fälle mit Pneumocystis-carinii-Pneumonie in den letzten Jahren - zumindest in den Industrienationen - immer mehr sinkt, hängt mit den modernen antiviralen Medikamenten zusammen.
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Welches ist die häufigste opportunistische Infektion bei AIDS?
Die häufigste opportunistische Infektion bei einer AIDS-Erkrankung ist die Pneumocystis-carinii-Pneumonie.
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Welches ist die häufigste Todesursache bei Kindern mit Aids?
Bei Kindern mit Aids ist die Pneumocystis-carinii-Pneumonie die häufigste Todesursache. Die durch Pneumocysten hervorgerufene Lungenentzündung ist zudem die häufigste opportunistische Infektion bei HIV-Infizierten insgesamt.
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Was sind typische Symptome einer Infektion mit Pneumocystis carinii?
Eine Pneumocystis-carinii-Pneumonie geht mit den klassischen Beschwerden der Lungenentzündung einher. Typisch sind Fieber, Husten und Atemnot.
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Was ist eine Pneumocystis-carinii-Pneumonie?
Die Pneumocystis-carinii-Pneumonie ist eine durch Pneumoysten hervorgerufene Lungenentzündung, die bei Menschen mit Aids relativ häufig vorkommt.
Stimmt es, dass man nach einer überstandenen Kryptokokken-Meningitis noch weiter Medikamente einnehmen muss?
Ja, das ist sogar ausgesprochen wichtig. Auch wenn eine Kryptokokken-Meningitis durch die Anti-Pilz-Medikamente abgeklungen ist, besteht (ohne weitere Behandlung) eine relativ große Gefahr, dass die Erkrankung erneut wieder aufflammt.
Was ist eine Kryptokokken-Meningitis?
Eine Meningitis ist eine Entzündung der Gehirnhaut. Und Kryptokokken sind Pilze, die eine solche Meningitis verursachen können.
Was sind Candida-Infektionen?
Candida ist ein Pilz, der normalerweise nur bei Immunschwäche zu Infektionen beim Menschen führt. Bei HIV-positiven Menschen kommt eine Candida-Infektion relativ häufig vor.
Was für eine Erkrankung ist die progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)?
Die progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) ist eine sehr schwere Infektion des Gehirns. Sie wird durch das sogenannte JC-Virus verursacht.
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Welche Bedeutung haben Herpes-Infektionen bei Aids?
Herpes-Viren (genauer das Herpes-simplex-Virus = HSV) gehören zu den häufigsten opportunistischen Erregern bei Aids.
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Tritt bei Aids häufiger eine Hepatitis auf?
Ja. Sowohl Hepatitis B als auch Hepatitis C kommen bei Aids-Patienten häufiger vor als bei anderen Menschen und zählen zu den sogenannten opportunistischen Infektionen. Der Übertragungsweg ist der gleiche wie bei HIV, also über Blut oder Samen.
Wie wird das Cytomegalie-Virus (CMV) übertragen?
Das Cytomegalie-Virus, oft kurz nur CMV genannt, wird über Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen. Dazu gehören Speichel, Blut oder Samen.
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Warum ist das Cytomegalie-Virus für Menschen mit Aids so gefährlich?
Das Cytomegalie-Virus (CMV) gehört zu den häufigsten viralen Erregern von opportunistischen Infektionen bei Aids.
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Ist Tuberkulose mit Antibiotika gut behandelbar?
Normalerweise ja. Allerdings treten auch immer wieder Tuberkulose-Erreger auf, die gegen alle etablierten Antibiotika-Kombinationen resistent sind, also nicht mehr auf die Medikamente ansprechen.
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Ist die Tuberkulose eine reine Lungenerkrankung?
Normalerweise befallen Tuberkulose-Bazillen nur die Lungen. Bei einer HIV-Infektion und ausgeprägter Abwehrschwäche kann die Tuberkulose aber auch viele andere Organe befallen.
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