Darf man Alkohol trinken, wenn man bereits eine koronare Herzkrankheit hat?

Bei koronarer Herzkrankheit ist moderater Alkoholkonsum nicht verboten. Moderat bedeutet zum Beispiel 1-2 Gläser Wein oder Bier jeden zweiten Tag. Alles darüber führt zwar nicht unbedingt zum Herzinfarkt, ist aber trotzdem nicht gut für Ihren Körper. Außerdem macht Alkohol dick, und Übergewicht ist bei verengten Herzgefäßen eher ungünstig.

Zu bedenken ist außerdem ein möglicher Einfluss von Alkohol auf die Wirksamkeit der Medikamente, die Sie einnehmen. Unter Berücksichtigung der verabreichten Medikamenten sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob und wieviel Alkohol Sie trinken dürfen.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

Kommentar:

Bei der koronaren Herzkrankheit ist moderater Alkoholgenuss nicht nur nicht verboten, er senkt sogar wissenschaftlich anerkannt das kardiovaskuläre Risiko (= das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und ähnliche Ereignisse). Bei Männern bedeuten moderate Mengen ca. 25 g und bei der Frau 15 g täglich, wobei ein oder zwei wöchentliche Abstinenztage empfehlenswert sein können.

Ein Mehr an Alkohol führt sicher nicht zu einem Herzinfarkt, eher das Gegenteil ist der Fall, aber es führt zu einem nicht empfehlenswerten Risiko für andere Erkrankungen, auch Erkrankungen des Herzmuskels. Daher sind die oben genannten Trinkmengen Kompromiss-Lösungen. Diese Trinkmengen gelten weiterhin auch nur für (leber-)gesunde Menschen. Eine gleichzeitige oder zeitnahe Einnahme von Medikamenten und Alkohol halte ich nicht für sinnvoll, bei den klassischen Herz-Kreislauf-Medikamenten ist aber die entsprechende Gefahr vergleichsweise gering.

Dr. Dr. med. Oliver Burgstett