Welche Folgen hat ein zu schneller Herzschlag (Tachykardie)?

Pauschal lässt sich das praktisch nicht beantworten. Die Folgen einer Tachykardie hängen u.a. davon ab, wie schnell der Herzschlag tatsächlich ist und wo die Tachykardie entsteht. So kann ein zu schneller Herzschlag, der im Herzvorhof seinen Ursprung hat, wesentlich besser kompensiert werden, als wenn es sich um eine "Kammer-Tachykardie" handelt.

Aber zunächst einmal zu den Grundsätzlichkeiten: Wenn Ärzte von einer Tachykardie sprechen, meinen sie zunächst einmal einfach einen zu hohen Puls. Und zwar nicht kurzfristig, weil man eben mal die Treppe raufgerannt ist, sondern dauerhaft. Als Grenzwert werden je nach Ausgangslage 80-100 Schläge pro Minute betrachtet.

Eine Tachykardie kann viele Gesichter haben

Die Ursachen einer Tachykardie können vielfältig sein. Sie kann "einfach so" auftreten, gerade in höherem Alter, aber auch als Folge einer krankhaften Veränderung am Herzen (z.B. Klappenfehler, koronare Herzkrankheit oder Herzmuskelentzündungen). Davon hängt auch das Ausmaß möglicher Folgen ab.

Eine unmittelbare Folge der Tachykardie ist auf jeden Fall, dass man sich schlapp fühlt. Manchmal kann auch Schwindel auftreten. Auf Dauer kann dann die Pumpleistung des Herzens herabgesetzt sein, weil die schnellen Herzschläge eine vernünftige Entleerung behindern.

Ist das Herz bereits vorgeschädigt, wird eine zu hohe Herzfrequenz weniger gut toleriert als bei Menschen, deren Herz gesund ist. Ein herzgesunder junger Mensch kann Herzfrequenzen um die 200 Schläge pro Minute kurzfristig schadlos überstehen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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