Nikotinsäure hemmt Fortschreiten der Arteriosklerose

In der Behandlung der Arteriosklerose muss umgedacht werden. Die Verkalkung der Gefäße scheint neuesten Erkenntnissen zufolge nämlich maßgeblich auf einem Entzündungsprozess zu beruhen. Damit gewinnt ein "uralter" Wirkstoff gegen Arteriosklerose neue Bedeutung: Nikotinsäure.

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In Laborversuchen konnte mittlerweile nachgewiesen werden, dass Nikotinsäure tatsächlich als Entzündungshemmer fungiert. Offenbar aktiviert der Wirkstoff über einen bestimmten Rezeptor spezielle Immunzellen. Und die werden dadurch daran gehindert, die entzündlichen Gefäßveränderungen voranzutreiben.

Eigentlich ist die Arteriosklerose eine Entzündung

Zum Hintergrund: Ein Herzinfarkt wird fast immer durch eine Arteriosklerose verursacht. Also durch eine Gefäßverengung. Das gilt auch für etwa 50% aller Schlaganfälle. Bisher hielt man vor allem hohe Blutfette wie Cholesterin für den Hauptverursacher der Gefäßverengungen. Die sind auch immer noch bedeutsam, aber offenbar ist der Prozess der Gefäßverengung letztlich ein entzündlicher Prozess, wie eine Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim herausgefunden hat. Und Nikotinsäure scheint exakt diesen Prozess zumindest einzudämmen, so Studienleiter Stefan Offermanns.

Übrigens: Das Medikament Nikotinsäure hat nichts mit dem Nikotin in Zigaretten zu tun. Die bleiben schädlich wie eh und je.

WANC 11.02.11
Quelle: Journal of Clinical Investigation

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