Viagra hält das Herz elastisch
Der in Viagra enthaltene Wirkstoff Sildenafil kann möglicherweise bei der Behandlung der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) helfen. Wie Studien an der US-amerikanischen Mayo-Klinik belegen, macht Sildenafil versteifte Herzwände wieder elastisch. Es sorgt damit dafür, dass sich die Herzkammer wieder ausreichend mit Blut füllen kann.
Viagra hat seine Karriere als Potenzmittel für Männer mit Erektionsstörungen gemacht. Doch ursprünglich war es zur Behandlung von Herzproblemen gedacht. Das gefäßweitende Mittel wurde aber schon bald mit einem sogar erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Rhythmusstörungen in Verbindung gebracht.
Sildenafil: zwischen Herzrisiko und Herznutzen
Nun scheint Sildenafil seiner ursprünglichen Berufung gerecht zu werden. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Medikament bei der Behandlung von Herzschwäche eingesetzt werden kann. Sie beobachteten, dass nach der Gabe von Viagra Blutgefäße erschlaffen. Das war die ursprünglich beabsichtigte Wirkung. Das Mittel lässt aber auch bestimmte Stoffe im Herzen - das Herzmuskelprotein Titin, das ähnlich wie Gummibänder funktioniert und zur Steifigkeit der Herzwände beiträgt – erschlaffen. Dadurch werden die Herzwände dehnbar und das schon nach wenigen Minuten nach der Einnahme.
Die Wissenschaftler betonen, dass damit die Herzinsuffizienz besser behandelbar werden könnte. Denn die Medikamente, die bisher gegen Herzschwäche gegeben werden, würden nicht ausreichen, um die Dehnbarkeit der Herzwände wieder herzustellen.
WANC 22.12.2011
Quelle: Circulation, doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.111.048520
