Zu viel Salz ist schlecht - zu wenig aber auch
Wer zu viel Salz isst, der gefährdet seine Gesundheit. Das sagen viele Ärzte. Begründung: Salz kann Bluthochdruck befördern (siehe auch Bluthochdruck: Wenn Gene den Salzhaushalt stören). Doch nun stellt eine neue Studie diese Behauptung in Frage, zumindest die täglichen Höchstmengen, die man zu sich nehmen darf.
Wie viel Kochsalz soll man essen?
Die Weltgesundheitsorganisation hat als maximale Natriumzufuhr 2 Gramm pro Tag festgelegt, was ungefähr 4 Gramm Natriumchlorid oder Kochsalz entspricht. Wer mehr zu sich nimmt, hat ein erhöhtes Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken. Unbestritten ist aber auch, dass ein echter Mangel an Salz durchaus gefährlich sein kann.
Kanadische Wissenschaftler sagen aufgrund von Studiendaten nun, dass der von der WHO vorgegebene Wert zu niedrig ist. Sie gehen davon aus, dass die Tagesdosis Natrium zwischen 4 und 5 Gramm liegen sollte, was einer Kochsalzmenge von 8 bis 10 Gramm entspricht.
Neue Studie schaut nicht nur auf Bluthochdruck
Zu diesem Ergebnis sind die Wissenschaftler gekommen, weil sie nicht wie üblich nur den Salzkonsum und die Enwicklung des Blutdruckes ermittelt haben. Sie berücksichtigten auch Daten von Herzinfarkt, Schlaganfall, Krankenhausaufenthalten wegen Herzschwäche sowie die Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei stellten sie fest, dass alle diese Werte anstiegen, wenn der Salzverbrauch zu hoch war. Aber eben auch, wenn er zu niedrig lag.
Diese Meinung dürfte sehr umstritten sein. Dennoch nicht unbedingt falsch. Wurde Natrium im Salz beispielsweise durch Kalium ersetzt, machte sich selbst eine überhöhte Zufuhr nicht negativ bemerkbar. Im Gegenteil: Die Zahl der Schlaganfälle sank. Allerdings gibt es bisher keine wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass große Mengen von Kalium in Lebensmitteln wirklich keinen Schaden anrichten.
WANC 25.11.2011
Quelle: JAMA. 2011;306(20):2229-2238. doi: 10.1001, Deutsches Ärzteblatt
