Bluthochdruck: Wenn Gene den Salzhaushalt stören
Mediziner warnen immer wieder: Zu viel Salz kann den Blutdruck ungesund ansteigen lassen. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass salzbedingter Bluthochdruck aber auch bei normalem Salzkonsum entstehen kann. Verantwortlich dafür ist ein Gendeffekt, der den Salzhaushalt durcheinander bringt.
Defektes Gen gibt Nieren die falsche Information
Als einer von vielen Auslösern von Bluthochdruck steht zu viel Salzverzehr am Pranger. Denn, sehr vereinfacht beschrieben: Bei zu viel Salz im Blut belassen die Nieren als Ausgleich auch mehr Wasser im Körper, das Blutvolumen nimmt zu, der Blutdruck steigt.
Nun haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim herausgefunden, dass nicht immer ein zu viel an Salz für diese Entwicklung verantwortlich ist. Sie haben das Gen mit dem Namen SLC4A5 entdeckt, dass die Salzkonzentration im Blut überwacht. Ein Defekt dieses Gens führt anscheinend dazu, dass in den Nieren übermäßig viel Salz und Wasser zurückgehalten werden. Dies resultiert in einer krankhaften Erhöhung des Blutdrucks.
Wie viel Praxisrelevanz diese Erkenntnis hat und ob sich daraus Fortschritte für die Vorbeugung und Behandlung ergeben, muss sich nun in weiteren Untersuchungen herausstellen.
WANC 21.11.2011
Quelle: Hum. Mol. Genet. (2011); doi:10.1093/hmg/ddr533
