Herzkranke Patienten sind oft unentdeckte Diabetiker

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Patienten, die unter einer Herz- und Gefäßerkrankung leiden, haben oft auch Störungen im Zuckerstoffwechsel. Eine Studie hat aufgedeckt, dass es einen Zusammenhang zwischem dem Schweregrad einer Herzgefäßverengung und dem Risiko für Diabetes gibt. Dennoch werden viele Risikopatienten nicht entdeckt, weil sie nicht ausreichend untersucht werden.

In der vorliegenden Studie untersuchten Kardiologen 1.015 Patienten mit Herz- und Gefäßproblemen, die bereits einen Herzkatheter hatten. Bei der Hälfte ermittelten die Ärzte ein Risiko für Diabetes. Allerdings hing das Erkennen des Risikos vom Messverfahren ab. Der Zuckerbelastungstest erbrachte, dass 51% der Patienten kein Diabetes-Problem hatten. Bei einer Messung des Blutwertes HbA1c waren es 58%.

 

Viele Herzpatienten mit Diabetes erst mit "Doppel-Test" entdeckt

Nach Auffassung der "Deutschen Diabetes Stiftung" müsste zur Erfassung der wirklich Gefährdeten aber ein Zuckerbelastungstest (oraler Glukose-Toleranz-Test, oGTT) und eine HbA1c-Bestimmung durchgeführt werden. Denn sonst würden viele Patienten mit unentdecktem Diabetes durchrutschen.

Legte man bei den oben genannten Studienteilnehmern beide Tests zusammen, zeigte sich bei 10 von ihnen (1%) eine isoliert erhöhte Nüchtern-Glukose. 349 Patienten (34%) hatten eine eingeschränkte Glukose-Toleranz und bei 143 Patienten (14%) lag ein kompletter Diabetes mellitus vor.

Zu wissen, ob eine Zuckerkrankheit vorliegt, ist bei Menschen mit bereits bestehender Herzgefäßverengung sehr wichtig, wie der Kardiologe Dr. Rolf Dörr von der Praxisklinik Dresden erklärt. Bei Diabetes mellitus sollten zur Erweiterung der Herzgefäße z.B. nur Medikamenten-beschichtete Stents zum Einsatz kommen. Bei Diabetikern mit einer Mehrgefäßerkrankung und einem hohem Schweregrad der koronaren Herzkrankheit sei die Bypass-Operation das Mittel der Wahl.


WANC 14.11.2011
Quelle: Silent Diabetes Study (Diabetologia 2011, 54:2923-2930)

 

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