Selbstheilungskräfte des Herzens aktivieren

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Eine Erkrankung des Herzens geht meist mit einer Veränderung der Herzmuskelzellen einher. Wissenschaftler glauben nun, dass sie die dabei ablaufenden Prozesse nicht nur aufhalten, sondern sogar umkehren können. Das wollen sie dazu nutzen, die Herzfunktion wieder herzustellen.

 

Herz-Reparatur-Mechanismus beim Menschen entdeckt

Ein Herzinfarkt oder eine Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels) setzt Abläufe in Gang, die für das Herz fatale Folgen haben kann. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass dabei Herzmuskelzellen in großer Zahl geschädigt werden, so dass die Funktion des Herzens in hohem Maße beeinträchtigt wird.

Um die Schäden auszugleichen, muss der Körper kaputte Herzzellen durch gesunde ersetzen. Während bei einigen Tierarten dieser Reparaturmechanismus des Herzens perfekt funktioniert, haben Forscher erst vor wenigen Jahren entdeckt, dass so etwas auch beim Menschen existiert.

 

Rückstellung auf "Null": Manchmal auch schädlich

Veranwortlich dafür ist ein bestimmtes Protein mit Namen Oncostatin M. Dieses sorgt dafür, dass geschädigte Herzzellen sich erst einmal zurück entwickeln – quasi in einen embryonalen Zustand, sich dann regenerieren und ihre Zellteilungsaktivität wieder gewinnen. Sie werden damit wieder zu gesunden, funktionierenden Herzzellen und stellen die Herzfunktion wieder her.

Das hört sich toll an. Hat aber einen Pferdefuß. Denn die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim konnten beobachten, dass bei einem chronisch geschädigten Herzen Oncostatin M die Erkrankung noch verschlimmerte. Um dieses zu vermeiden, müsse das Anwendungsfenster noch genau definiert sein, sagen die Wissenschaftler.


WANC 10.11.2011
Quelle: Cell Stem Cell 9, 420–432, 4. November 2011