Angina pectoris: Welche Gefäßerweiterung hilft wirklich?

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Wenn unter Belastung Schmerzen oder Engegefühl im Brustkorb auftreten, dann kann das bedeuten, dass das Herz zu wenig Sauerstoff bekommt. Diese Symptome sind oft Zeichen stark verengter Herzkranzgefäße – medizinisch Angina pectoris. Die Behandlung besteht darin, die Herzkranzgefäße zu weiten. Welche Methode dabei am effektivsten ist, hat jetzt eine Studie untersucht.

Grundsätzlich gibt es zwei Wege, die Herzkranzgefäße zu weiten: einen medikamentösen und einen chirurgischen. Um Schmerzen oder Enge zu vertreiben, werden bei Angina pectoris Medikamente wie Nitroglycerin gegeben. Die Erweiterung der Herzkranzgefäße lässt sich aber auch durch die sogenannte perkutane Koronarintervention (PKI) erreichen. Die Weitung gelingt dabei meist durch spezielle Ballons (deshalb auch häufig Ballondilatation genannt). Machmal werden zur Unterstützung Stents (Stützen für die Gefäße) verwendet.

 

Auf kurze Sicht gewinnt die Ballondilatation, auf längere Sicht nicht mehr

Wissenschaftler haben die beiden Verfahren nun verglichen. Über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren ermittelten sie Vorteile der PKI, weil Patienten in dieser Zeit weniger Angina-pectoris-Anfälle erlitten. Doch nach fünf Jahren bestand dieser Vorteil gegenüber Medikamenten nicht mehr. Auch in Bezug auf Todesfälle, Herzinfarkte oder Schlaganfälle gab es nach fünf Jahren keine Unterschiede mehr.

Weil die Kosten für die perkutane Koronarintervention so hoch sind, können die Wissenschaftler den routinemäßigen Einsatz dieser Methode nicht empfehlen.


WANC 08.11.2011
Quelle: Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information