Erhöht Bluthochdruck das Risiko für Krebs?
Die Wissenschaftler würden wahrscheinlich mit einem Jein antworten. Denn laut einer aktuellen Studie erhöht Bluthochdruck (im Ärzte-Jargon: Hypertonie) auf der einen Seite das Risiko bei Männern an Krebs zu erkranken um 10 bis 20 Prozent. Auf der anderen Seite können sie aus den Daten nicht ableiten, dass erhöhter Blutdruck ursächlich für die Krebserkrankungen war.
Männer besonders gefährdet
Dr. Mieke van Hemelrijck vom King´s College in London kann dennoch folgendes bestätigen: Je höher der Blutdruck ist, desto größer wird das Risiko für Männer, folgende Krebserkrankungen zu bekommen:
- Darmkrebs
- Lungenkrebs
- Blasenkrebs
- Nierenkrebs
- Hautkrebs
- Tumoren der Mundhöhle
Diejenigen Männer mit dem höchsten Blutdruck hatten insgesamt ein um 49% erhöhtes Krebsrisiko.
Bei Frauen nur in Kombination mit Übergewicht
Bei Frauen war in der Untersuchung keine generelle Erhöhung des Krebsrisikos durch Bluthochdruck festzustellen. Allerdings nahmen mit höherem Gewicht die Fälle von Tumoren der Leber, der Bauchspeicheldrüse sowie von Gebärmutterhalskrebs und Hautkrebs zu.
Allerdings ist mit diesen Daten nicht bewiesen, dass Bluthochdruck tatsächlich der Grund für Krebserkrankungen ist, betont van Hemelrijck. Der Grund: Es handelte sich um eine Beobachtungsstudie und die kann solche Zusammenhänge aufgrund ihrer Methodik grundsätzlich nicht beweisen - nur andeuten. Es sei prinzipiell nicht auszuschließen, dass nicht der hohe Blutdruck, sondern die ihn verursachenden Lebensstil-Einflüsse – wie zu wenig Bewegung und falsche Ernährung – die Krebserkrankungen hervorrufen würden.
Immerhin wagt van Hemelrijck die Behauptung, dass der Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Krebs besteht und dass er für Männer gefährlicher als für Frauen ist.
WANC 27.09.2011
Quelle: ESMO Multidisciplinary Cancer Congress
