Wie wird ein Malignes Melanom therapiert?

Wenn ein Malignes Melanom diagnostiziert ist, muss zunächst festgestellt werden, ob dieses bereits Krebszellen in andere Organsysteme gestreut hat. Dazu werden meist in einer Klinik verschiedene Tests gemacht: Vor allem eine Kontrolle der gesamten Haut sowie eine körperliche Untersuchung der Organsysteme – mit besonderem Blick auf die Lymphknoten, die Leber und die Lunge.

Flache Tumore ohne Metastasen haben eine hervorragende Prognose

Wenn es auch im Ultraschall und auf Röntgenaufnahmen keinen Hinweis auf Tochtergeschwülste gibt, genügt in der Regel die Entfernung des Tumors. Der Chirurg wird bei einer Melanomdicke von 2 mm (oder weniger) dabei meist einen Sicherheitsabstand von 1 cm zum gesunden Gewebe halten, bei einer Tumordicke von mehr als 2 mm in der Regel einen Abstand von 2 cm. Die Prognose bei einem Malignen Melanom, welches noch nicht allzu tief ins Gewebe eingedrungen ist und, das noch keine Metastasen (Tochtergeschwülste) gebildet hat, ist nach der chirurgischen Entfernung ausgesprochen gut. Bei einer Tumordicke von unter 0,75 mm ohne Streuung geht man sogar von bis zu 100% Heilungschance aus. Auch begrenzte Tumore mit bis zu 1,5 mm Dicke haben eine gute Prognose: laut Studien beträgt die Überlebensrate hier über 90%. Trotzdem oder gerade deshalb ist es in den ersten Jahren nach Diagnose und OP wichtig, regelmäßige Check-Ups beim Arzt wahrzunehmen. In diesem Fall sind die Kontrolluntersuchungen anfänglich meist halbjährlich, danach für ein paar Jahre einmal jährlich eingeplant.

Wächter-Lymphknoten sind wichtige Indikatoren

Eine besondere Untersuchungsmethode beim „schwarzen Hautkrebs“ ist übrigens die gezielte Biopsie der sogenannten Wächter-Lymphknoten. Sie wird meist empfohlen, wenn die Tumordicke einen Millimeter übersteigt. Hierbei werden die Lymphknoten, die unmittelbar im Einflussgebiet des jeweiligen Tumors liegen, durch Einspritzen spezieller Marker identifiziert und anschließend genauer untersucht: Sind diese von Krebszellen befallen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch weitere Lymphknoten betroffen sind. Sind diese, auch Sentinel-Lymphknoten genannten, Wächter-Lymphknoten frei von Krebszellen, so sind es in der Regel auch alle nachfolgenden Lymphknoten. Diese verhältnismäßig einfache Methode kann also wichtige Aufschlüsse über eine eventuell vorhandene Ausbreitung von Tumorzellen geben.

Operation ist in fast allen Stadien die wichtigste Therapiemaßnahme

Werden bei den oben genannten Kontrollen Absiedlungen von Krebszellen gefunden, müssen meist noch weitere Untersuchungen folgen, um das genaue Ausmaß der Erkrankung zu ermitteln. Auch hier ist die Entfernung des Tumors mit ausreichend Abstand zum gesunden Gewebe das Mittel der Wahl. Leider gibt es zurzeit noch keine weitere Therapiemöglichkeit, die eine Heilung verspricht. Je nach genauem Krankheitsbild werden verschiedene Chemotherapeutika (Fotemustin, DTIC) oder auch Immuntherapien mit Interferon angewendet. Auch Strahlentherapie, operative Verkleinerung der Tumormasse oder einige experimentelle neue Therapien werden im Einzelfall versucht.

Genaues Ausmaß der Streuung ist entscheidend

Die Prognose bei alleinigem Befall angrenzender Lymphknoten liegt bei maximal 50% 5-Jahres-Überlebensquote. Das bedeutet aber auch, dass aus dieser Gruppe fast jeder zweite Betroffene damit rechnen kann, dauerhaft krebsfrei zu bleiben. Sind allerdings viele und auch entferntere Lymphknoten befallen sinkt diese Quote stetig ab. Hier sind die regelmäßigen, meist im 3-Monats-Intervall empfohlenen Nachsorgetermine besonders wichtig.

Hat das Maligne Melanom bereits in diverse Organsysteme (Lunge, Leber, Gehirn oder Knochen) gestreut, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit leider nur gering. In sehr fortgeschrittenen Fällen können dem Betroffenen auch nur noch wenige Monate oder Wochen bleiben. Allerdings kommt es auch hier ganz auf den genauen individuellen Befund an.

Autor: Dr. med. Monika Steiner

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