Was sollte man über den schwarzen Hautkrebs wissen?

In der Medizin gibt es nicht „das Maligne Melanom“, sondern stattdessen mehrere, sich deutlich voneinander unterscheidende Unterformen. Maligne Melanome kommen in abnehmender Häufigkeit in folgenden Erscheinungsformen vor:

  • Superfiziell spreitendes Melanom (SSM) in 55-70% aller Melanomfälle
  • Noduläres malignes Melanom (NMM) in 20-30%
  • Lentigo-maligna-Melanom (LMM) in 10-15%
  • Akrolentiginöses Melanom (ALM) in 4-8%
  • Amelanotisches Melanom (AMM)
  • sowie andere seltene Sonderformen etwa 1%

Weltweit starker Anstieg der Erkrankungsfälle

Das Superfiziell spreitende Melanom ist das hierzulande am häufigsten diagnostizierte Maligne Melanom. Es wird im Amerikanischen Sprachraum „Melanoma of intermittently sun-exposed skin“ genannt und deutet somit an, dass es diejenige Form ist, die meist mit einer jahrelang unmittelbaren Sonnenexposition in Verbindung steht. Weltweit ist es das mit Abstand häufigste Melanom der „weißen“ Bevölkerung und dasjenige, dessen Vorkommen am stärksten ansteigt.

Erkrankte werden immer jünger

Schwarzer Hautkrebs - Sonnenbrand - Malignes Melanom - UV-StrahlungDas Durchschnittsalter der Betroffenen ist mit 51 Jahren deutlich niedriger als das aller anderen Melanomerkrankten. Die Altersspanne liegt meist bei 30 bis 70 Jahren, wobei aber jedes Alter betroffen sein kann. Das Vorkommen bei Kindern vor Pubertätsbeginn ist allerdings extrem selten. Im Moment zeichnet sich ab, dass das durchschnittliche Erkrankungsalter weltweit spürbar sinkt - möglicherweise infolge „lifestyle-trends“ wie exzessiver Sonnenbäder und Solariennutzung insbesondere in jungen Jahren. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Bei ihnen entwickelt sich ein Melanom besonders oft an den unteren Extremitäten, bei Männern bevorzugt am Rücken.

„Buntes Bild“ typisch für diese Form

Das superfiziell spreitende Melanom ist bei der Diagnose oft schon über einen Zentimeter groß, wobei die Spanne bei der Feststellung von 2 mm bis 15 cm (und mehr!) reicht. Optisch kann diese Form einige oder auch alle Kriterien des sogenannten ABCDE-Schemas erfüllen: Es ist oft asymmetrisch geformt, unregelmäßig gefärbt mit schwarzen, braunen, roten, grauen oder ganz hellen Anteilen, unscharf begrenzt, häufig auch erhaben. Oft werden Blutungen, Juckreiz und/ oder deutliche Größenveränderungen innerhalb relativ kurzer Zeit beschrieben.

Frühe Diagnose ist ganz entscheidend

Das Wort „superfiziell spreitend“ bedeutet, dass sich diese Melanomform zunächst oberflächlich und horizontal ausbreitet, bevor es dann in die Tiefe eindringt. Ab diesem Zeitpunkt können sich die Krebszellen durch Anschluss an Blut- und Lymphbahnen sehr schnell im ganzen Körper verteilen und sogenannte Metastasen, also Tochtergeschwülste bilden. Beim malignen Melanom finden sich solche besonders häufig in den Lymphknoten (in Leiste, Achsel oder am Hals) sowie an anderen Körperstellen der Haut. Gerade bei dieser Melanomform ist es für die Prognose entscheidend, dass man die Pigmentveränderung noch rechtzeitig vor dem Eindringen in die Tiefe entdeckt und behandelt. Bei frühzeitiger Diagnose ist das superfiziell spreitende Melanom fast zu 100% heilbar. Sobald Lymphknoten betroffen sind, sinkt die sogenannte 5-Jahres-Überlebensrate (mit der Ärzte die Prognose von Krebserkrankungen meist einschätzen) bereits auf 10 - 50%! Bei weit fortgeschrittenen Stadien und Absiedlung von Metastasen in fernabgelegenen Organsystemen beträgt die Lebenserwartung oft nur noch wenige Monate.

Autor: Dr. med. Monika Steiner

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