Was passiert, wenn ein Pigmentfleck verdächtig aussieht?

Wenn ein Muttermal oder Leberfleck seine Form, seine Farbe oder seine Größe verändert, sollte man dieses unbedingt ärztlich untersuchen lassen. Auch bei neu auftretende Pigmentflecken im Erwachsenenalter und jeglichen Hautunebenheiten, die einem „irgendwie komisch“ vorkommen, lohnt es, lieber einmal mehr, als einmal zu wenig zur Hautarztpraxis zu gehen.

Oft genügt ein Blick vom Facharzt

In den meisten Fällen wird der Dermatologe (Facharzt für Hauterkrankungen) Entwarnung geben. Dank seines jahrelang geschulten Auges und seiner Erfahrung können die meisten suspekten Hautflecken bereits mit Blickdiagnostik benannt und als harmlos eingestuft werden. (Wenn diese Pigmentflecken optisch stören oder andere Beschwerden machen, wird über eine Entfernung oder sonstige Behandlungsoption mit Ihnen gesprochen werden).

Auflichtmikroskop erlaubt Einsicht in die Tiefe

Wenn ein verdächtiges Hautmal sehr klein ist oder aus anderen Gründen nicht sofort beurteilt werden kann, wird ein sogenanntes Dermatoskop zu Hilfe genommen. Dieses lupenähnliche Gerät wird auch Auflichtmikroskop genannt und zur Untersuchung einfach auf die entsprechende Hautstelle gesetzt. Unter Zuhilfenahme eines speziellen Öls und eines besonderen Lichts kann der Arzt nun auch tiefere Hautschichten unkompliziert sehen und bewerten. Nur, wenn hiernach ein Restzweifel bleibt, werden weitere Schritte unternommen.

Sollte ein Leberfleck auch unterm Dermatoskop nicht sicher beurteilt werden können, wird meist dazu geraten, diesen herauszuschneiden und die Zellstruktur von Spezialisten unterm Mikroskop untersuchen zu lassen. (Auch diese Maßnahme heißt noch lange nicht, dass man Krebs hat – man will nur ganz sicher gehen). Bei kleinen Befunden wie einem Muttermal kann dieser Eingriff mit einer lokalen Betäubung meist sofort vor Ort gemacht werden.

Komplettentfernung des Pigmentflecks ist das Mittel der Wahl

In der Regel wird ein Sicherheitsabstand von 2 mm zum umliegenden Hautgewebe empfohlen. Bei flächenmäßig großen Pigmentveränderungen oder solchen, die auch aus ästhetischen Gründen nicht so einfach zu entfernen sind, wird meist ein eigener OP-Termin vereinbart – entweder in der Praxis selbst oder aber in einer dermatologischen Klinik. Teil- oder Stanzbiopsien sollten zum Ausschluss von Melanomen heute nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt werden (z.B. bei sehr großem, eher unverdächtig aussehendem Leberfleck mitten im Gesicht). Bei dringendem Krebsverdacht wäre die Gefahr einer Streuung der bösartigen Zellen ansonsten zu groß.

Sobald das sogenannte histologische, also von Spezialisten mithilfe eines Mikroskops ermittelte Ergebnis vorliegt, weiß man sicher, ob eine Pigmentveränderung gutartig oder bösartig ist.

Autor: Dr. med. Monika Steiner

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