Warum haben Frauen häufiger unter Blasenschwäche zu leiden als Männer?

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Vereinfacht könnte man sagen: weil sie Kinder bekommen. Schwangerschaften und natürliche Geburten belasten die Beckenbodenmuskulatur enorm und führen - vor allem dann, wenn nach der Geburt keine ausreichende Beckenbodengymnastik durchgeführt wird - nicht selten zu einer langsam voranschreitenden Bindegewebsschwäche im Beckenbereich. Die späte Folge: eine Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz).

Darüber hinaus haben Frauen - was die Blase angeht - noch einen weiteren anatomischen Nachteil. Sie haben keine Vorsteherdrüse (Prostata). Die Prostata hat zwar eigentlich ganz andere Aufgaben, unterstützt aber bei Männern aufgrund ihrer anatomischen Lage auch den Verschlussmechanismus der Blase. Deutlich wird das, wenn die Prostata operativ entfernt werden muss: Dann nimmt bei den betroffenen Männern das Risiko für eine Blasenschwäche deutlich zu.

Andererseits kann auch eine vergößerte Prostata zur Inkontinenz bei Männern führen: nämlich dann, wenn die abführenden Harnwege vom Prostatagewebe zusammengedrückt werden und der Abfluss des Urins behindert wird. Dann staut sich die Blase und es kommt zur sogenannten Überlaufinkontinenz.

Die zweite häufige Form der Blasenschwäche, die Dranginkontinenz, ist übrigens bei Frauen nicht häufiger als bei Männern.


Autor: Dr. med. Jörg Zorn

 

 



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