Inkontinenz: Wie umgehen mit der Scham?
Sie leiden unter Blasenschwäche und gehen aus Scham darüber nicht zum Arzt? Das geht ganz vielen so. Leider ist das aber völlig verkehrt, denn für einen Arzt gibt es kaum etwas normaleres und häufigeres. Und Sie selbst werden durch den Gang zum Arzt das Problem in der Regel rasch los.
Brechen Sie also das Tabu, und bringen Sie den Mut auf, sich wegen Ihrer Blasenstörung an einen Arzt zu wenden!
Viele Menschen mit Harninkontinenz verspüren einen sehr hohen Leidensdruck. Einsamkeit, Angst und Scham belasten zusätzlich die Seele, was wiederum zu Depressionen führen kann.
Da gibt es die Angst, sich am Arbeitsplatz oder bei Freizeitaktivitäten einzunässen. Oder die Befürchtung, durch nasse Flecken auf der Kleidung aufzufallen oder dass andere den Urinverlust riechen. Der dadurch entstehende Stress kann dazu führen, dass die Beschwerden dadurch noch zunehmen. Hinzu kommt die Scham. Viele erzählen nicht mal ihrem Partner von ihrer Inkontinenz.
Das kann soweit gehen, dass die Blasenschwäche das ganze Leben bestimmt: mit einem Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben. Manche Menschen mit Blasenschwäche verlassen ihre Wohnung nur noch selten, andere halten sich nur noch an Orten auf, an denen sie schnell eine Toilette erreichen können.
Hinzu kann Angst vor Sexualität kommen: Zum Harnabgang bei Frauen mit Belastungsinkontinenz kommt es häufig beim Geschlechtsverkehr. Viele Frauen haben dann Angst, dass ihr Lebenspartner ihre Malaise bemerkt und schieben andere Gründe vor, um intimen Kontakt zu vermeiden. Dies kann dann gar die Beziehung gefährden.
Fazit: Arzt aufsuchen, Problem berichten, Problem beseitigen.
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
