Wann liegt ein Vitamin-D-Mangel vor?

Der gegenwärtig beste, aber nahezu auch einzige frühzeitige Hinweis auf einen Vitamin-D-Mangel ist ein zu niedriger Blutwert. Dafür muss eine Vorstufe von Vitamin D im Blutserum bestimmt werden, das 25-OH-Vitamin-D3. Das ist noch Konsens im wissenschaftlichen und gesundheitsbehördlichen Expertenkreis.

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Bei den als kritisch erachteten Grenzwerten sieht es schon anders aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht in Übereinstimmung mit dem amerikanischen Institute of Medicine und dem Food and Nutrition Board weiterhin einen Blutwert oberhalb von 20 ng/µl (50 nmol/l) als ausreichend an. Nicht so eine zunehmende Zahl renommierter und ernstzunehmender Experten und Institutionen. Deren Bewertung der hinsichtlich des Vitamin-D-Versorgungsstatus sieht eher so aus:

Die alternativen Richtwerte

  • < 11 ng/ml (27,5 nmol/l): ernste Gefahr für Knochenerkrankungen (Rachitis bei Säuglingen und Kleinkindern bzw. Osteomalazie bei Erwachsenen)
  • < 20 ng/ml (50 nmol/l): langfristig gesundheitsgefährdender Mangel (nicht zwangsläufig Knochenschäden)
  • 20-30 ng/ml (50-75 nmol/l): relativer Mangel
  • 30-60 ng/ml (75-150 nmol/l): gute und sichere Versorgungslage
  • > 88 ng/ml (220 nmol/l): Überversorgung
  • > 150 ng/ml (375 nmol/l): Vergiftungsgefahr
  • >280 ng/ml (700 nmol/l): ernste Störungen des Kalziumstoffwechsels zu erwarten

Ein schwerer akuter oder chronischer Vitamin-D-Mangel macht sich auch durch verschiedene Anzeichen bemerkbar. Dabei sind hochgradige Mangelzustände, die sicht- und spürbar auf die Knochen gehen, hierzulande glücklicherweise recht selten. Sie sind aber offenbar nur die Spitze des Eisbergs, wie zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen immer mehr verdeutlichen. Eines sehr massiven Eisbergs, der wohl viele unterschiedliche Erkrankungen umfasst.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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