Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

gerd altmann/ pixelio.de

Auf diesem Portal finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Epilepsie.

Wir, ein Team aus Ärzten und Patienten, stellen laufend weitere Fragen und Antworten ein.

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Stimmt es, dass man mit Epilepsie kein Paracetamol einnehmen darf?

Ja, das ist häufig der Fall. Bei Schmerzen verschiedener Art ist der Wirkstoff Paracetamol (z.B. Captin®) eines der am häufigsten eingenommenen Arzneistoffe. Menschen, die unter Epilepsie leiden und Medikamente einnehmen müssen, sollten diese Kombination allerdings unbedingt meiden.

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Können Epilepsie-Medikamente die sexuelle Lust verringern?

Ja, dieser Nebeneffekt ist für zahlreiche Epilepsie-Mittel beschrieben. Natürlich muss das nicht passieren, aber es kann. Neben dem Libido-Verlust klagen einige Männer auch über Erektionsstörungen durch die Antiepileptika.

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Gegen welche Epilepsie-Formen hilft Nitrazepam?

Nitrazepam ist in erster Linie ein Mittel gegen sehr ausgeprägte Schlafstörungen. Wegen seiner stark beruhigenden Wirkung kann es hier kurzfristig helfen. Außerdem wird Nitrazepam gegen bestimmte Epilepsie-Formen bei Kindern eingesetzt, meist ergänzend zu anderen Medikamenten.

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Welche Nebenwirkungen können unter Mesuximid (Petinutin®) auftreten?

Mesuximid (Handelsname: Petinutin®) hat wie alle Antiepileptika eine Reihe an möglichen Nebenwirkungen, die nicht auftreten müssen, aber auftreten können. Am ehesten muss man rechnen mit:

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Auf welche Weise wirkt Mesuximid (Petinutin®) gegen Epilepsie?

Mesuximid (Handelsname: Petinutin®) dämpft wie die meisten anderen Mittel gegen Epilepsie die Erregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn und und kann dadurch die Krampfneigung reduzieren. Es gilt allerdings eher als Ersatzmedikament, wenn mit anderen Wirkstoffen kein ausreichender vorbeugender Effekt erreicht wird. Manchmal wird Mesuximid auch zusätzlich zu anderen Mitteln verordnet.

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Welcher berühmte Papst hatte Epilepsie?

Papst Pius IX. (1792-1878). Berühmt war er nicht wegen seiner Epilepsie, sondern weil er der am längsten amtierende Papst aller Zeiten war. Über 31 Jahre, von 1846 bis zu seinem Tod 1878 dauerte sein Pontifikat. Damit verbannt er sogar Papst Johannes Paul II. auf den zweiten Platz (26 Jahre von 1978-2005).

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Was für ein Epilepsie-Medikament ist Valium®?

Valium® enthält den Wirkstoff Diazepam. Diazepam gehört zur Gruppe der sogenannten Benzodiazepine. Valium® ist vor allem als Beruhigungsmittel bekannt, wirkt aber auch krampflösend.

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Was für ein Epilepsie-Medikament ist Levetiracetam (Keppra®)?

Wie bei einigen anderen Epilepsie-Medikamenten auch ist bei Levetiracetam (Keppra®) nicht so ganz klar, auf welche Weise es eigentlich wirkt. Vermutet wird, dass Levetiracetam die Ausschüttung des Botenstoffs GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) im Gehirn ankurbelt und auf diese Weise die Übererregbarkeit der Nervenzellen vermindert. Wie es auch sei, das Mittel kann nachweislich die Neigung zu Krampfanfällen unterdrücken.

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Geht eine Epilepsie manchmal auch von selbst wieder weg?

Ja. Es gibt durchaus Fälle, in denen die Epilepsie nach einem oder mehreren Krampfanfällen von selbst wieder verschwindet. Das ist natürlich vor allem dann der Fall, wenn es einen klar definierten Auslöser gab, beispielsweise eine andere Erkrankung, die nun geheilt ist. Aber auch bei Epilepsien unklarer Ursache ist eine Selbstheilung möglich.

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Was für ein Epilepsie-Medikament ist Lacosamid (Vimpat®)?

Lacosamid (Vimpat®) ist insofern ein Sonderling unter den Epilepsie-Medikamenten, als noch gar nicht geklärt ist, auf welche Weise es überhaupt wirkt. Ursprünglich als Mittel gegen Nervenschädigungen bei Diabetes entwickelt (dafür aber nicht zugelassen), entdeckte man eher zufällig, dass Lacosamid krampflösende Effekte hat.

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Unter welchen Präparate-Namen wird Valium® noch angeboten?

Das Beruhigungsmittel Valium® enthält den Wirkstoff Diazepam, einen Vertreter der sogenannten Benzodiazepine. Viele kennen das Medikament nur unter "Valium", aber es gibt zahlreiche andere Präparate mit exakt dem gleichen Wirkstoff.

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Warum ist Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Einnahme von Diazepam (Valium®) und bestimmten Magensäure-Hemmern?

Bestimmte Medikamente gegen Sodbrennen, Reizmagen oder Gastritis können die Wirkung von Diazepam verstärken. Zu nennen ist hier vor allem Cimetidin (Tagamet® u.a.).

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Mittel gegen Epilepsie: Gefahr der Osteoporose

Um epileptische Anfälle zu vermeiden, verschreiben Ärzte sogenannte Antiepileptika. Wer diese Mittel allerdings über einen langen Zeitraum einnimmt, muss mit einer Verringerung der Knochendichte rechnen.

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Epilepsie: Warum viele Behandlungen versagen

Epilepsie lässt sich nur schwer behandeln. Oft versagen die verordneten Medikamente, beklagt Dr. Rudolf Deisz vom Institut für Zell- und Neurobiologie am Campus Charité. Es könnte sein, dass Deisz einen Grund für diesen vor allem für die Patienten unbefriedigenden Zustand gefunden hat. Denn die Epilepsie funktioniert anders, als das bisher vermutet wurde.

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Stimmt es, dass Diazepam zur Abhängigkeit führen kann?

Ja. Das gilt allerdings nicht nur für Diazepam, sondern für alle Wirkstoffe aus der Gruppe der Benzodiazepine. Also zum Beispiel auch für die anderen bei Epilepsie häufiger verordneten Wirkstoffe Clonazepam, Lorazepam oder Clobazam.

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Wie wirkt Diazepam bei Epilepsie?

Diazepam gehört zur Gruppe der sogenannten Benzodiazepine. Das sind im weitesten Sinne Beruhigungsmittel. Der bekannteste Vertreter des Wirkstoffs Diazepam ist Valium®.

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Welche Nebenwirkungen können unter Carbamazepin auftreten?

Unter der Behandlung mit Carbamazepin kann es in unterschiedlicher Häufigkeit zu verschiedensten Nebenwirkungen kommen. Die folgende Auflistung berücksichtigt nur die als "häufig" klassifizierten (die aber natürlich auch nicht jeder bekommt):

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Welche Nebenwirkungen können unter Ethosuximid auftreten?

Mögliche Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Ethosuximid sind unter anderem Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen, manchmal auch Schluckauf und depressive Verstimmungen.

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Auf welche Weise wirkt Ethosuximid bei Epilepsie?

Ethosuximid hemmt wie die meisten anderen Antiepileptika auch die Erregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn. Damit sinkt auch die Krampfbereitschaft, das heißt die Gefahr, einen epileptischen Anfall zu bekommen.

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Stimmt es, dass Clonazepam abhängig machen kann?

Ja. Wie alle Benzodiazepine (Valium® & Co.) hat Clonazepam ein relativ großes Suchtpotential. Die Medikamentenabhängigkeit kann dabei sowohl körperlich als auch psychisch entstehen.

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Über welchen Mechanismus wirkt Clonazepam krampflösend?

Clonazepam entfaltet seine Wirkung über eine Stimulierung des körpereigenen Botenstoffs Gamma-Amino-Buttersäure (GABA). GABA wiederum dämpft speziell "erregende" Nervenimpulse und hat deshalb beruhigende und auch krampflösende Effekte im Gehirn.

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Wie wirkt Clonazepam bei Epilepsie?

Clonazepam gehört zur Gruppe der sogenannten Benzodiazepine und wirkt im Gehirn krampflösend. Daher wird Clonazepam auch zur Behandlung der Epilepsie eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind Angststörungen und das Syndrom der unruhigen Beine.

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Was bedeutet die Bezeichnung "retard" auf den Carbamazepin-Tabletten?

Die Bezeichnung "retard" bedeutet bei Medikamenten, dass der Wirkstoff langsamer freigesetzt wird als bei der Nicht-Retard-Tablette.

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Wie wirkt Carbamazepin bei Epilepsie?

Carbamazepin ist ein sogenanntes Antiepileptikum. Das bedeutet, das Medikament reduziert die Anfallsneigung bei Menschen mit Epilepsie.

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Soll ich während des Krampfanfalls meines Kindes Notfallmedikamente geben?

Wenn die Epilepsie bei Ihrem Kind bereits bekannt ist und Sie vom Arzt verschriebene krampflösende Akutmittel zur Hand haben (z.B. sogenannte Rektiolen zum Einschieben in den After), dann sollten Sie diese während des epileptischen Anfalls verabreichen.

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Wie kann ich mein Kind während eines Krampfanfalls vor einem Zungenbiss schützen?

Im Prinzip gar nicht. Versuchen Sie nicht, ihm etwas in den Mund zu schieben, um den Zungenbiss zu verhindern. Denn erstens tritt der Zungenbiss, wenn überhaupt, gleich zu Beginn des Anfalls auf, zweitens besteht die viel größere Gefahr, Ihr Kind beim Hineinschieben zu verletzen.

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Soll ich mein Kind während des Krampfanfalls festhalten?

Nein, das sollten Sie nicht tun (auch wenn die Neigung natürlich groß ist). Aber sorgen Sie unbedingt dafür, dass sich Ihr Kind nicht verletzen kann.

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Kurzer Krampfanfall beim Kind, jetzt alles wieder gut: trotzdem zum Arzt?

Ja, sogar unbedingt! Wenn Ihr Kind einen Krampfanfall hatte, sollten Sie in jedem Fall so bald wie möglich für eine ärztliche Abklärung sorgen.

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Wozu dient die EEG-Untersuchung bei Verdacht auf Epilepsie?

Mit dem EEG (Elektroenzephalographie) werden die Hirnströme aufgezeichnet. Und an den Hirnströmen kann man eine evtl. vorhandene Krampfneigung des Gehirns erkennen.

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Zu welcher Tageszeit tritt die Rolando-Epilepsie bevorzugt auf?

Nachts bzw. während des Schlafens. Bei etwa jedem dritten betroffenen Kind kommt es sogar ausschließlich im Schlaf zu den epileptischen Anfällen.

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Welche Epilepsie-Form ist im Kindesalter am häufigsten?

Die sogenannte Rolando-Epilepsie. Typisch ist ein Erkrankungsbeginn zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr. Aber auch bis hin zum 13. Lebensjahr kann die Rolando-Epilepsie noch auftreten.

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Was ist eine Rolando-Epilepsie?

Die Rolando-Epilepsie ist die häufigste Epilepsie-Form bei Kindern. Typisch für die Anfälle ist, dass sie meist nur auf bestimmte Körperregionen begrenzt sind (fokale Anfälle) und dies von Anfall zu Anfall wechseln kann (z.B. Zuckungen nur der rechten Gesichtshälfte, ein anderes Mal der linken).

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Was versteht man unter einer juvenilen myoklonischen Epilepsie?

Die juvenile myoklonische Epilepsie ist eine seltene Epilepsie-Variante, die typischerweise im Jugendalter beginnt. Es kommt anfallsweise zu Zuckungen der Arme und Beine, nicht selten auch zu generalisierten Krampfanfällen.

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Wie äußert sich ein Lennox-Gastaut-Syndrom?

Beim Lennox-Gastaut-Syndrom kommt es typischerweise zu epileptischen Anfällen im Kindesalter, die mit Stürzen und Muskelzuckungen einhergehen. Ein weiteres Charakteristikum ist, dass die Kinder während des Anfalls unartikulierte Laute von sich geben.

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Was ist das Lennox-Gastaut-Syndrom?

Das Lennox-Gastaut-Syndrom ist eine spezielle Form der Epilepsie bei Kindern. Typisch sind Krampfanfälle mit Stürzen, Muskelzuckungen und unwillkürlichen Geräuschen.

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Welche Erkrankung wird auch West-Syndrom genannt?

Das West-Syndrom ist eine seltene Epilepsie-Form von Kleinkindern. Sie ist benannt nach dem englischen Arzt William James West, der sie erstmals beschrieb, nachdem sein Sohn daran erkrankt war.

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Was sind Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe?

Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe (BNS-Krämpfe) sind das charakteristische Merkmal einer seltenen Epilepsie-Form im Kleinkindesalter. Die Erkrankung wird auch West-Syndrom genannt (nach dem Entdecker, einem englischen Arzt namens William James West).

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In welchem Alter beginnen BNS-Krämpfe?

Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe sind eine seltene Variante der Epilepsie im Kleinkindesalter. Die Erkrankung beginnt typischerweise im ersten Lebensjahr, im Alter von zwei bis acht Monaten.

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Wie äußert sich eine Absence beim Kind?

Ähnlich wie beim Erwachsenen. Eine Absence ist eine ganz kurze Bewusstseinstrübung, ohne dass es zu einem richtigen epileptischen Anfall kommt. Eine Art Vorstufe also.

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Wie äußert sich ein epileptischer Anfall beim Kind?

Ein epileptischer Anfall kann beim Kind (wie übrigens auch beim Erwachsenen) sehr unterschiedlich verlaufen. Das klassische Bild, das man meistens vor Augen hat – ein zuckender Körper und eine Art Ohnmacht –, kann genauso erscheinen, aber eben auch ganz anders.

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