Glossar: Allergie & Haut

Abszess

Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung in einem durch entzündliche Gewebeeinschmelzung entstandenen Hohlraum. Meistens sind Bakterien (v.a. Staphylokokken) die Auslöser für Abszesse. Abszesse treten vorwiegend an der Haut, aber manchmal auch an inneren Organen, Nägeln oder Zahnfleisch auf.

 

Acne infantum

Acne infantum ist der medizinische Fachbegriff für eine echte Akneform, die nur bei Säuglingen und Kleinkindern in den ersten zwei Lebensjahren auftritt, typischerweise zwischen dem 3. und 16. Lebensmonat und häufiger bei Jungen als bei Mädchen. Wie sie entsteht, ist bis heute nicht eindeutig geklärt, eine Behandlung ist aber auch nur bei ausgeprägten Läsionen erforderlich.

 

Acrodermatitis

Acrodermatitis ist der medizinische Fachbegriff für Krätze.

 

Akarizide

Unter Akarizid verstehen Mediziner ein Mittel, das Milben und Zecken abtötet (die Endung „-zid“ kommt vom lateinischen Wort caedere = töten). Häufig haben Akarizide auch insektizide Wirkungen, vor allem auf beißende Insekten. Mengenmäßiges Haupteinsatzgebiet dieser Pestizide (zum Pflanzenschutz) oder Biozide (zur Schädlingsbekämpfung) ist die Bekämpfung von Spinnmilben im Obst-, Wein- und Gartenbau.

 

Akne

Die Akne ist vermutlich die häufigste Hauterkrankung überhaupt. Sie kann zwar in jedem Lebensalter auftreten, tut dies aber am häufigsten in der Pubertät und klingt dann meist bis zum 30. Lebensjahr wieder ab. Betroffen von dem komplexen (Entzündungs-) Geschehen sind vor allem Hautstellen, an denen reichlich Talgdrüsen vorhanden sind, wie Gesicht, Nacken, Schultern, Dekolleté und oberer Rücken. Die Akne tritt in verschiedenen Schwergraden auf und wird meist aus psychischen Gründen zum Problem für die Jugendlichen.

 

Allergen

Ein Allergen ist der Stoff, der die Allergie auslöst, also von den körpereigenen Abwehrstoffen als fremd erkannt und bekämpft wird. So sind z.B. bei Pollenallergikern die Pollen das Allergen und bei einer Wespenallergie das Wespengift. Meistens handelt es sich bei den Allergenen um Eiweißverbindungen, eine gemeinsame chemische Struktur gibt es jedoch nicht.

 

Allergie

Unter einer Allergie versteht man eine überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems gegen eigentlich harmlose Substanzen wie z.B. Haselnusspollen oder Katzenhaare. Die dadurch ausgelösten Beschwerden können geringgradig ausfallen und als lediglich lästig empfunden werden, im Extremfall aber auch bis zum lebensbedrohlichen allergischen Schock reichen. Es werden vier verschiedene Allergietypen unterschieden (Typ I-IV).

 

Anaphylaxie

Als Anaphylaxie bezeichnen Mediziner die schwerste und bedrohlichste Form einer allergischen Reaktion. Sie kann den ganzen Körper in Mitleidenschaft ziehen und einen sogenannten anaphylaktischen Schock auslösen. Der anaphylaktische Schock kann in schweren Fällen und ohne Behandlung zum tödlichen Kreislaufversagen führen.

 

Asthma bronchiale

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Die Hauptgefahr besteht im akuten Asthmaanfall, der zur Atemnot führt.

Die Bronchialschleimhaut reagiert bei den betroffenen Kindern übersensibel auf auslösende Reize, schwillt an und produziert vermehrt Schleim. Auch durch krampfartiges Zusammenziehen der Bronchialmuskulatur kommt es als Reaktion auf ganz unterschiedliche Reize zur Verengung der Atemwege. Je nach dem dominierenden Auslöser wird zwischen akutem und chronischem Asthma unterschieden.

 

Atopische Dermatitis

Atopische Dermatitis ist die medizinisch korrektere Bezeichnung für die Neurodermitis. "Atopisch" steht für den allergischen Hintergrund.

 

Atopisches Ekzem

siehe oben: Atopisches Ekzem ist ebenfalls eine medizinisch korrektere Bezeichnung für die Neurodermitis. "Atopisch" steht für den allergischen Hintergrund.

 

Atrophie (Atrophia)

Atrophie ist der medizinische Fachbegriff für Gewebeschwund. Als Hautschwund zählt die Atrophie zu den sekundären Hauteffloreszenzen.

 

Bulla

Bulla ist der medizinische Fachbegriff für Blase. Die Bulla zählt zu den sogenannten primären Hauteffloreszenzen.

 

Chalazion

Chalazion ist der medizinische Fachbegriff für ein Hagelkorn. Und das Hagelkorn ist ein Knötchen am Augenlid, das durch einen verchlossenen Talgdrüsenausgang entsteht.

 

Cicatrix

Cicatrix ist der medizinische Fachbegriff für Narbe. Die Narbe zählt in der Dermatologie zu den sogenannten sekundären Hauteffloreszenzen.

 

Crusta

Crusta ist der medizinische Fachbegriff für Kruste. Die Crusta zählt zu den sogenannten primären Hauteffloreszenzen.

 

Cutis

Cutis ist der medizinische Fachbegriff für Haut. Die Cutis besteht aus den drei Schichten:

  • Epidermis (Oberhaut)
  • Dermis (Lederhaut)
  • Subcutis (Unterhaut)

 

Cystis

Cystis ist der medizinische Fachbegriff für Zyste. Eine Zyste ist ein flüssigkeitsgefüllter, abgekapselter und mit Epithel ausgekleideter Hohlraum im Gewebe mit einer oder mehreren Kammern. Zysten können überall im Körper auftreten, v.a. in Haut und Schleimhaut, Eierstöcken, Schilddrüse, Nieren und Gehirn.

Als eine Form von krankhafter Hautveränderung zählt die Zyste zu den sogenannten primären Hauteffloreszenzen.

 

Dermatikum

Medikament zur Behandlung einer Hauterkrankung (Dermatose).

 

Dermatitis

Als Dermatitis wird eine entzündliche Reaktion der Haut bezeichnet, die sich vor allem in der Lederhaut (Dermis) abspielt. Sie ist mit ihren verschiedenen Formen in nahezu allen dermatologischen Krankheitsgruppen vertreten.

Medizinisch spricht man auch vom Formenkreis der ekzematösen Hautveränderungen, wobei der weitgefasste Überbegriff der Dermatitis auch Hautentzündungen umfasst, die nicht zu den Ekzemen (genau genommen: Dermatitis ekzematosa) zählen.

Für weitergehende begriffliche Feinheiten wird auf die einschlägige (und uneinheitliche) Fachliteratur verwiesen.

 

Dermatose

Dermatose ist der medizinische Fachbegriff für Hauterkrankung. Erkrankungen der Haut und ihrer Anhangsorgane (Haare, Nägel, Talgdrüsen, Schweißdrüsen) machen sich meist durch sichtbare Veränderungen der Haut (Rötung, Schuppung etc.) bemerkbar, die als Effloreszenzen bezeichnet werden.

 

Dermis

Dermis ist der medizinische Fachbegriff für Lederhaut.

Synonyme: Korium, Corium

 

Eliminationsdiät

Bei einer Eliminationsdiät werden gezielt alle Nahrungsmittel weggelassen, deren Bestandteile als Verursacher von Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen in Frage kommen. Diese Maßnahme kann diagnostischen oder therapeutischen oder beiden Zwecken gemeinsam dienen, um Magen-Darm-Beschwerden zum Abklingen zu bringen und den verantwortlichen Auslöser zu identifizieren bzw. dauerhaft zu meiden. Wenn Sie bei Ihrem Kind eine Eliminationsdiät durchführen, sollten Sie dafür kinderärztliche Beratung und Begleitung in Anspruch nehmen.

 

Endogenes Ekzem

Endogenes Ekzem ist ein anderer Ausdruck für die Neurodermitis.

 

Erosion (Erosio)

Erosion (Erosio) ist der medizinische Fachbegriff für Abschürfung. Bei diesem oberflächlichen Defekt ist nur die oberste Schicht von Haut-, Schleimhaut- oder Hornhautgewebe betroffen. Als Hautveränderung zählt die Erosion zu den sekundären Hauteffloreszenzen.

 

Erythem

Ein Erythem ist die stellenweise Rötung der Haut, hervorgerufen durch eine gesteigerte örtliche Durchblutung (Hyperämie) des Hautgewebes, z.B. im Rahmen einer Entzündung.

 

Exanthem

Exanthem ist der medizinische Fachausdruck für einen Hautausschlag. Zu Exanthemen kommt es z.B. bei vielen der klassischen Kinderkrankheiten, nämlich Masern, Röteln, Ringelröteln, Scharlach und beim Drei-Tage-Fieber.

 

Exkoriation (Excoriatio)

Als Exkoriation bezeichnen Mediziner eine Abschürfung, die als flächiger Substanzdefekt zur Freilegung mittlerer Hautschichten (Dermis) führt. Durch Eröffnung der in der Haut befindlichen Kapillarschlingen kommt es dabei zu punktförmigen Blutungen. Die Exkoriation zählt zu den sogenannten sekundären Hauteffloreszenzen.

 

Fissur (Fissura)

Fissur ist der medizinische Fachbegriff für eine (natürliche) Spalte oder Rinne oder einen Riss in einer anatomischen Struktur. Als Hautveränderung zählt die Fissur zu den sekundären Hauteffloreszenzen.

 

Follikulitis

Follikulitis ist der vornehmere Ausdruck für "Pickel". Die Follikulitis ist eine Entzündung des äußeren, oberen Haarbalgs (Follikel), die sehr schmerzhaft sein kann. Die entstandenen Pusteln heilen aber in der Regel folgenlos ab. Ursache ist meist eine  durch Schwitzen oder Abwehrschwäche begünstigte Infektion mit der massenhaft auf der Haut vorkommenden Bakterienart Stapyholococcus aureus.

 

Furunkel

Ein Furunkel ist eine tiefe eitrige Entzündung des gesamten Haarbalgs (Follikel) und des umliegenden Gewebes. Meist wird diese Abszessform durch eine Infektion mit dem Bakterium Staphylococcus aureus hervorgerufen und hinterlässt nach dem Abheilen eine Narbe.

 

Hauteffloreszenz

siehe Effloreszenz

 

Hordeolum

Hordeolum ist der medizinische Fachbegriff für das Gerstenkorn. Und das Gerstenkorn ist eine akute bakterielle Infektion der Talg- oder Schweißdrüsen am Augenlid.

 

HPV

HPV ist die Abkürzung für das "humane Papilloma-Virus". Dabei handelt es sich um eine ganze Gruppe von weit verbreiteten Viren mit über 100 verschiedenen Unterarten bzw. Typen. Papilloma-Viren sind vor allem als Warzenviren bekannt.

Normalerweise ist die Infektion für Menschen ungefährlich, in seltenen Fällen kann sie allerdings bei bestimmten HPV-Typen zu Tumorerkrankungen führen, vor allem zum Gebärmutterhalskrebs bei Frauen. Seit einigen Jahren wird deshalb gegen bestimmte HPV-Typen geimpft. Das ist aber für Kinder und ihre Warzen irrelevant.

 

Impetigo (Impetigo contagiosa)

Die Impetigo contagiosa ist eine häufige, sehr ansteckende, oberflächliche Infektion der Haut mit Vereiterung. Sie tritt vorwiegend im Kindesalter auf.

Synonyme: Grind, Grindflechte, Borkenflechte, Eitergrind, Eiterflechte, Pyodermie

 

Infestation

Als Infestation bezeichnen Mediziner den Befall mit einem Parasiten, der sich im Wirtsorganismus nicht vermehrt (z.B. Bandwurmarten, die zur Vermehrung Zwischenwirte benötigen). In der Parasitologie wird von „Infestation“ bei Ektoparasiten und von „Infektion“ bei Endoparasiten gesprochen. Es gibt aber auch Mischformen, beispielsweise werden bei der Krätzemilbe beide Begrifflichkeiten verwendet.

 

Karbunkel

Als Karbunkel bezeichnet man eine eitrige Infektion mehrerer Haarfollikel, die häufig durch Zusammenfluss einzelner benachbarter Furunkel entsteht.

Synonym: Eiterbeule

 

Krätze

Krätze ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Scabies oder Acarodermatitis, eine parasitäre Hautkrankheit. Sie wird von der Krätzemilbe (Sarcoptes scabiei) verursacht.

Synonym: Skabies, Acrodermatitis

 

Lederhaut

Die kollagenfaserreiche, bindegewebige Lederhaut ist die mittlere der drei Hautschichten des Menschen und der anderen Wirbeltiere. Im medizinischen Fachjargon wird die Lederhaut als Dermis bezeichnet. Sie besteht aus einer Netzschicht und einer Zapfenschicht. Die Lederhaut enthält im Gegensatz zur über ihr liegenden Epidermis Blutgefäße, Haarfollikel, Nerven, Talgdrüsen und Schweißdrüsen.

Bei Tieren wird aus dieser Hautschicht durch Gerben Leder hergestellt.

Synonyme: Dermis, Korium

 

Macula

Macula ist der medizinische Fachbegriff für Fleck und gehört zum Standardwortschatz jedes Dermatologen. "Makulöse Hauteffloreszenzen" klingt natürlich auch viel akademischer als "gefleckte Hautveränderungen". Die Macula zählt zu den primären Hauteffloreszenzen.

 

Narbe

Eine Narbe besteht aus faserreichem Ersatzgewebe, das bei der Wundheilung von aktiven Bindegewebszellen (Fibroblasten) gebildet wird. Die Narbe zählt als Hautveränderung zu den sogenannten Sekundäreffloreszenzen.

medizinisches Synonym: Cicatrix

 

Neugeborenen-Akne

Die Neugeborenenakne ist eine besondere Akneform, die durch mütterliche Hormone verursacht wird. Dabei treten im ersten Lebensmonat viele kleine Pickelchen im Gesicht auf, vor allem auf den Wangen. Die Pickelchen verschwinden innerhalb weniger Wochen wieder von alleine.

 

Neurodermitis

Die Neurodermitis ist eine schubweise und mit quälendem Juckreiz verlaufende, entzündliche Hauterkrankung ungeklärter Ursache. Vermutet wird ein sehr komplexes Zusammenspiel aus erblichen, immunologischen und umweltbedingten Faktoren.

Die Krankheit ist unter verschiedenen Namen bekannt, in der medizinischen Fachsprache zählen atopisches Ekzem, endogenes Ekzem und atopische Dermatitis zu den geläufigsten.

 

Nodus

Nodus ist der medizinische Fachbegriff für einen tiefsitzenden Knoten. Er zählt zu den sogenannten primären Hauteffloreszenzen.

 

Papula

Papula ist der medizinische Fachbegriff für Knötchen. Die Papula zählt zu den primären Hauteffloreszenzen.

 

Phyma

Phyma ist der medizinische Fachbegriff für eine knollenförmige Hauterhebung. Die Phyma zählt zu den primären Hauteffloreszenzen.

 

Prädilektionsstelle

Als Prädilektionsstelle bezeichnen Ärzte einen Körperbereich, an dem es bevorzugt zum Auftreten einer bestimmten Erkrankung bzw. Krankheitserscheinung kommt. Hält sich die Krankheit daran, handelt es sich oft um einen hilfreichen diagnostischen Hinweis.

Während beispielsweise die Schuppenflechte (Psoriasis) bevorzugt an den Streckseiten der Extremitäten auftritt, also hinten am Ellenbogen und vorne am Knie, wird die atopische Dermatitis (Neurodermitis) häufiger an den Beugeseiten, also in der Ellenbeuge und der Kniekehle, festgestellt.

 

Primäreffloreszenz

siehe Effloreszenz

 

pruriginös

pruriginös ist der medizinische Fachbegriff für: juckend, Juckreiz auslösend.

 

Pruritus

Pruritus ist der medizinische Fachausdruck für Juckreiz.

 

Pustula

Pustula ist der medizinische Fachbegriff für Eiterbläschen. Die Pustula zählt zu den primären Hauteffloreszenzen.

 

Rhagade

Rhagade ist der medizinische Fachbegriff für Schrunde. Sie zählt zu den sekundären Hauteffloreszenzen.

 

Scabies norvegica

siehe Borkenkrätze

 

Sekundäreffloreszenz

siehe Effloreszenz

 

Skabies (Scabies)

Skabies ist der medizinische Fachbegriff für die Krätze, der sich vom Namen des Verursachers, der Krätzemilbe (Sarcoptes scabiei), herleitet.

Synonym: Krätze, Acrodermatitis

 

Squama

Squama ist der medizinische Fachbegriff für Schuppe. Die Squama zählt zu den sogenannten primären Hauteffloreszenzen.

 

subkutan

Subkutan ist der medizinische Fachbegriff für „unter der Haut“. Von „subkutan“ sprechen Mediziner, wenn sich etwas unter der Haut (Cutis) bzw. zwischen Haut- und Muskelgewebe befindet oder dorthin verbracht (z.B. gespritzt) wird.

 

Tuber

Tuber ist der medizinische Fachbegriff für einen oberflächlichen Knoten. Er zählt zu den primären Hauteffloreszenzen.

 

Vesicula

Vesicula ist der medizinische Fachbegriff für Bläschen. Die Vesicula zählt zu den primären Hauteffloreszenzen.

 

Zusammengestellt von Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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