Wie oft machen Babys einen Wachstumsschub durch – und wann?

In den ersten 14 Monaten erleben Babys etwa 8 Wachstumsschübe, die jeweils etwa eine Woche dauern. Die zeitliche Abfolge ist bei den meisten termingerecht geborenen Kindern ziemlich einheitlich, offenbar maßgeblich mitgesteuert vom Nervenwachstum im Gehirn.

Bei Frühgeborenen verschieben sich die Zeitpunkte entsprechend nach hinten (z.B. um 4 Wochen nach hinten, wenn das Kind 4 Wochen zu früh geboren wurde), bei Spätgeborenen nach vorne. Der erste Wachstumsschub findet um die 5. Lebenswoche statt, mit weiteren Sprüngen ist um die 8. und 12. Woche sowie im 5. Monat, im 6. Monat, im 8. Monat, im 11. und 13. Monat zu rechnen.

Baby - Wachstumsphasen

Wachstumsschübe: Veränderungen beim Baby

5. Woche

  • braucht mehr Körperkontakt, schreit, ist schwer zu trösten, möchte häufiger an die Brust
  • wirkt insgesamt wacher, zeigt mehr Interesse an seiner Umgebung, länger wach, aktiver
  • betrachtet häufiger und länger etwas und horcht häufiger und aufmerksamer
  • reagiert erkennbarer auf Berührung und Gerüche
  • erstes bewusstes Lächeln, häufiger Freudenlaute
  • erstmals (oder häufiger) Tränen beim Weinen
  • atmet regelmäßiger, erschrickt und zittert weniger
  • verschluckt sich weniger, spuckt weniger und hat weniger Probleme mit dem „Bäuerchen“

 

8. Woche

  • neue Erfahrungswelt durch vielfältige Sinneseindrücke (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen)
  • ist verwirrt, muss Änderungen verarbeiten
  • möchte zurück auf den Arm der Mutter, klammert sich stärker an
  • schreit mehr, isst schlechter, fremdelt öfter, schläft schlechter, lutscht häufiger am Daumen bzw. Schnuller
  • will häufiger beschäftigt werden
  • Dauer der Phase: ein paar Tage bis 2 Wochen

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12. Woche

  • Welt verändert sich erneut
  • lernt jetzt Dinge, die es vorher nicht  lernen konnte, braucht mehr Beschäftigung
  • will stets wissen, was Mama tut und möglichst auf ihren Arm (keine Verwöhnungsgefahr!)

 

19. Woche

  • wird bereits um die 14.-17. Woche unruhig
  • wird immer neugieriger auf seine Umwelt, tut neue Dinge, nimmt alles Verfügbare in den Mund
  • schreit häufiger, hat stark wechselnde Stimmungen, möchte mehr Zuwendung
  • Kopf muss häufiger gestützt werden; erwartet dauerhaften Körperkontakt, auch beim Füttern
  • schläft und isst schlechter, fremdelt häufiger, ist geräuschärmer, bewegt sich weniger, lutscht häufiger am Daumen bzw. Schnuller
  • Dauer: 5 Wochen (1-6 Wochen), schwierige Phasen dauern ab jetzt länger.

 

26. Woche

  • wird schon um die 23. Woche unruhig und schwieriger
  • schreit mehr, ist häufiger verdrießlich, mäkelig und missmutig
  • will beschäftigt werden und will nicht, dass der Körperkontakt abbricht
  • schläft und isst schlechter, will nicht gewickelt werden, fremdelt, gibt weniger Geräusche von sich, bewegt sich weniger, greift häufiger nach seinem Kuscheltier und lutscht häufiger am Daumen bzw. Schnuller
  • Dauer: 4 Wochen (1-5 Wochen)

 

37. Woche

  • ist missgestimmt, nörgelig, quengelig, weint öfter
  • plötzliche Stimmungswechsel von weinerlich zu fröhlich und umgekehrt, ist einerseits „übertrieben“ lieb und bekommt andererseits öfter Wutanfälle
  • will mehr beschäftigt werden und „hängt am Rockzipfel“, fremdelt häufiger, protestiert bei Abbruch des Körperkontakts
  • schläft schlechter, hat häufiger schlechte Träume
  • isst schlechter, plaudert weniger, bewegt sich weniger, sitzt manchmal still da und träumt, will nicht gewickelt werden, lutscht häufig am Daumen bzw. Schnuller und braucht sein Kuscheltier

 

46. Woche

  • weint öfter, ist launisch, nörgelig und quengelig
  • Stimmungswechsel von fröhlich zu weinerlich, ist „übertrieben“ lieb oder „übertrieben“ frech
  • will mehr beschäftigt werden, will in Nähe der Bezugsperson sein
  • bekommt häufiger Wutanfälle, ist eifersüchtig, fremdelt, protestiert, wenn bei Abbruch des Körperkontakts
  • isst schlechter, spricht weniger, bewegt sich weniger, sitzt manchmal still da und träumt, will nicht gewickelt werden, lutscht häufig am Daumen bzw. Schnuller und braucht sein Kuscheltier

 

55. Woche

  • ist missgestimmt, nörgelig, quengelig und weint öfter
  • plötzlicher Stimmungswechsel von weinerlich zu fröhlich und umgekehrt
  • will mehr beschäftigt werden und „hängt am Rockzipfel“
  • ist „übertrieben“ lieb, bekommt aber öfter Wutanfälle
  • fremdelt häufiger und protestiert bei Abbruch des Körperkontakts
  • schläft schlechter, hat häufiger schlechte Träume
  • isst schlechter, plaudert weniger, bewegt sich weniger, sitzt manchmal still da und träumt, will nicht gewickelt werden, lutscht häufig am Daumen bzw. Schnuller, braucht sein Kuscheltier

Was man an all dem gut sehen kann: Zwischenzeitliche schlechte Laune bei Ihrem Baby muss nichts mit einer herannahenden Infektion zu tun haben. Es kann sich auch um einen Wachstumsschub handeln.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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