Soll man sein Kind gegen Meningokokken und FSME impfen lassen?

Sowohl FSME-Viren als auch Meningokokken können zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) führen. Gegen beide Infektionserreger ist jeweils eine schützende Impfung verfügbar. Im regulären Impfplan der STIKO (Ständige Impfkommission) ist allerdings nur die Meningokokken-C-Impfung vorgesehen.

Wann ist eine Impfung gegen Meningokokken ratsam?

Die Impfung gegen Meningokokken gehört in Deutschland seit 2006 zum Standardimpfprogramm. Die STIKO empfiehlt dazu die Impfung gegen Meningitis C ab dem vollendeten 12. Lebensmonat.

Darüber hinaus wird eine Impfung gegen Meningokokken-Meningitis allen Reisenden in Hochrisikogebiete (z.B. der sogenannte Meningitisgürtel in Afrika) dringend empfohlen, insbesondere Entwicklungshelfern und medizinischem Personal sowie in allen anderen Fällen, in denen ein engerer Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung vorgesehen ist.

Meningokokken gefährlicher als FSME

Die durch Zecken übertragene FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) ist nur in speziellen Risikogebieten verbreitet und verläuft bei Kindern unter sechs Jahren nie tödlich. Dagegen weist die durch C-Meningokokken verursachte Meningitis eine Sterblichkeit von 10% auf. 2009 gingen 18 Meningitis-Fälle bei Kindern unter fünf Jahren auf das Konto der Menigokokken im Vergleich zu 6 wegen FSME. In puncto Häufigkeit und Gefährlichkeit der Hirnhautentzündung erscheint also die Meningokokken-Impfung bei den Kleinen als die relevantere und eine Kombination nicht unbedingt notwendig.

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