10 Tipps für eine gesunde Kindheit

Meine ganz persönlichen Empfehlungen für Eltern

Gesundheit ist eine Frage der Haltung und gedeiht mit der Freude am Leben. Diese philosophische Erkenntnis stammt von dem mittelalterlichen Philosophen Thomas von Akquin und hat bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil: Forschungen zur pränatalen Entwicklung, zur Widerstandskraft gegenüber Krisen und krankmachenden Faktoren und zum gesunden Aufwachsen von Kindern liefern immer wieder Beweise für die Richtigkeit dieser These.

Dabei spielen die Eltern im Normalfall die zentrale Rolle. Denn die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten der Kinder hängen eng mit denen ihrer Eltern zusammen. So wurde etwa nachgewiesen, dass ein niedriger Fettkonsum bei Kindern fünfmal wahrscheinlicher ist, wenn auch ihre Mutter nur wenig Fett verzehrt. In ähnlicher Weise wirkt es sich positiv auf die Kinder aus, wenn die Eltern nicht rauchen und nur wenig Alkohol trinken.

Die verschiedenen Aspekte der Kindergesundheit lassen sich natürlich nicht in ein paar Sätzen zusammenfassen. Die nachfolgenden Tipps können Ihnen aber vielleicht als kleine Richtschnur, zur Reflexion oder auch zur Selbstbestätigung dienlich sein:

Meine 10 wichtigsten Tipps

  • 1. Vermitteln Sie Ihrem Kind eine positive Einstellung zu sich selbst und zum Leben um sich herum. Selbstwahrnehmung, Selbstwertschätzung und Selbstbestimmung sind das Fundament für ein glückliches Leben und wichtige Gesundheitsschutzfaktoren. Helfen Sie Ihrem Kind durch Liebe und Vertrauen in seine Fähigkeiten dabei, sie optimal zu entwickeln.
  • 2. Nehmen Sie Ihre Rolle als Leuchtturm und Vorbild für Ihr Kind bewusst wahr. Erziehung besteht nicht im Erzwingen von wünschenswertem Verhalten, sondern im Vorleben desselben. Die Signale, die Sie als Eltern – einzeln und in der Partnerschaft – aussenden, werden die Haltung und Entwicklung Ihres Kindes prägen. Liebevolle Zuneigung, gesundes Verhalten, Verantwortungsgefühl, Zuverlässigkeit, Konfliktfähigkeit, Gebrauch von Verstand und Gefühl, soziale Kompetenz und den Willen zu persönlicher Entwicklung – all das kann und sollte Ihr Kind von Ihnen lernen. Umgekehrt können und sollten auch Sie viel von Ihrem Kind lernen – schließlich ist es ein eigener und einzigartiger Mensch.
  • 3. Schenken Sie Ihrem Kind ungeteilte Aufmerksamkeit und  Zuwendung. Entscheidend ist nicht die Quantität der Zeit, die Sie mit Ihrem Kind verbringen, sondern die Qualität des Umgangs miteinander. Reflektieren Sie Ihre eigenen Ansprüche, bauen Sie selbst- und fremderzeugten Druck ab und bleiben Sie gelassen, wenn es Probleme gibt. Ständiger Austausch und Kommunikationsbereitschaft sind wichtig. Aber auch der Respekt vor Intimität und die Gewährung von Rückzugsmöglichkeiten. Gönnen Sie sich und ihrem Kind bewusst und regelmäßig Auszeiten voneinander und vom Alltagstrott.
  • 4. Pflegen Sie gemeinsame Wertvorstellungen, Regeln und Rituale in der Familie. Sie helfen im Alltag und unterstützen die Ausprägung oder Umstellung gerade auch von solchen Gewohnheiten, die für die Gesundheit wichtig sind. Dazu zählen neben den Ess- und Schlafgewohnheiten u.a. die Hygiene und Körperpflege einschließlich Zähneputzen, der Umgang mit schulischen Anforderungen und der Medienkonsum. Der Familientisch mit gemeinsamen Mahl- und Kommunikationszeiten spielt dabei eine zentrale Rolle. Vor allem dann, wenn alle gerne daran teilnehmen.
  • 5. Fördern Sie die Eigenverantwortung und Selbständigkeit Ihres Kindes. Lassen Sie es seine eigenen Erfahrungen machen und altersgerechte Aufgaben selbst erledigen, ohne sich ständig einzumischen. Beziehen Sie Ihr Kind in Ihre Planungen und deren Umsetzung mit ein, ohne dass Sie es unter- oder überfordern. Niemand behauptet, dass das immer einfach wäre. Aber die Selbstwirksamkeit, die Ihr Kind dabei erlebt, fördert nicht nur seine Lebenskompetenz, sondern auch seine Widerstandskraft. Übrigens: Ein „Nein“ aus innerer Überzeugung (nicht aus Prinzip, nur um Grenzen zu setzen) ist oft wichtiger als ein pflegeleichtes „Ja“. Und das gilt zwischen Eltern und Kind in beide Richtungen!
  • 6. Sorgen Sie für gesunde Ess- und Trinkgewohnheiten in der Familie. Die Bedeutung einer ausgewogenen und vollwertigen, nährstoff- und vitaminreichen Ernährung für Kinder und Erwachsene ist Ihnen mit Sicherheit bekannt. Im Eltern- und Berufsalltag ist sie allerdings nicht immer leicht zu realisieren. Wir empfehlen zwar ausdrücklich, das Ziel einer vollwertigen Ernährung primär über gesunde Mahlzeiten zu erreichen. Wenn das aber nicht immer zu 100% gelingt, macht es durchaus Sinn, nachzuhelfen. Wir empfehlen bei Kindern seit Jahren einen speziell entwickelten Gesundheitssaft. Ein Löffel pro Tag deckt alle wichtigen Vitalstoffe und sekundären Pflanzenstoffe ab, eine Flasche reicht für ungefähr 50 Tage. Die Wirksamkeit wurde in Studien nachgewiesen.
  • 7. Kinder brauchen viel Bewegung. Möglichst an der frischen Luft, in der Sonne und manchmal auch im Dreck. Letzteres fördert das Immunsystem und macht es vermutlich weniger anfällig für Allergien. Die Sonne ist u.a. wichtig für die Vitamin-D-Bildung in der Haut. Sportliche Aktivitäten und vor allem das freie Spielen fördern nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern die gesamte persönliche Entwicklung Ihres Kindes. Denken Sie auch hier an Ihre Vorbildfunktion. Gemeinsam (zumindest hin und wieder) macht das Radfahren, Schwimmen, Ball-Spielen etc. noch mehr Spaß – und tut auch Ihrer eigenen Gesundheit gut.
  • 8. Der Schlaf ist heilig, wenn es um die Gesundheit geht. Das Schlafbedürfnis ist auch bei Kindern schon individuell ausgeprägt, im Normalfall jedoch deutlich größer als das von Erwachsenen (die im Übrigen nicht selten zu wenig schlafen). Gerade für ein gesundes Schlafverhalten von Anfang an sind Rituale besonders wertvoll. Mit zunehmendem Alter wird das oft immer schwieriger. Hier kommen klare Regeln ins Spiel: alle elektronischen Geräte rechtzeitig vor dem Schlafengehen aus oder sogar raus dem Kinderzimmer. Das gilt auch für andere Störeinflüsse. Übrigens: Neben dem Nachtschlaf sind auch tagsüber immer wieder Mußestunden wichtig, in denen sich Ihr Kind ausklinken und ausruhen kann, ohne funktionieren zu müssen.
  • 9. Fördern Sie die sozialen Kontakte Ihres Kindes. Gute und vielfältige Beziehungen mit Freunden, Verwandten, Nachbarn sowie dem Erziehungs- und Bildungspersonal sind für die Entwicklung Ihres Kindes ausgesprochen wichtig. Und übrigens: Kinder verstehen intuitiv oft mehr, als ihnen die Erwachsenen zutrauen. Die Sprache, in der Sie mit Ihrem Kind reden, muss nicht kindlich, sondern persönlich und leicht verständlich sein.
  • 10. Nutzen Sie die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinder- und beim Zahnarzt. Viele Kinderkrankheiten haben dank medizinischer Vorbeugungs- und Behandlungsmaßnahmen glücklicherweise ihren Schrecken verloren. Impfungen und – wenn nötig – Antibiotika spielen hier eine wichtige Rolle. Deren ideologische Ablehnung ist genauso falsch wie ein vorschnelles Behandeln von „Erkrankungen“, bei denen es sich eigentlich um individuelle Entwicklungsphänomene handelt. Ein guter und vertrauenswürdiger Arzt wird Ihnen und Ihrem Kind dabei helfen, mit gesundem Menschenverstand, Intuition und Zuversicht die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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