Nabelschnurblut: Einlagerung und Spende

Soll man das Nabelschnurblut wirklich aufheben lassen oder spenden? Was spricht dafür, was spricht dagegen? Mehr dazu in diesem Kapitel.

Was genau ist Nabelschnurblut?

Nabelschnurblut ist das Blut, das nach der Geburt des Kindes in der Nabelschnur und dem Mutterkuchenrest zurückbleibt. Nach der Abnabelung haben beide ihre Aufgabe im Rahmen der Fortpflanzung erfüllt und werden mit dem darin enthaltenen Restblut im Normalfall des deutschen Klinikalltags entsorgt.

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Warum ist Nabelschnurblut nützlich?

Nabelschnurblut wird heute weltweit – und in einigen Ländern in deutlich größerem Umfang als bisher in Deutschland – zur Gewinnung von Stammzellen genutzt. Stammzellen können zur Behandlung bei mehr als 80 Erkrankungen eingesetzt werden, beispielsweise bei Patienten mit Leukämien oder anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems.

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Soll ich das Nabelschnurblut meines Kindes einlagern lassen?

Allen werdenden Eltern stellt sich diese Frage, aber es ist zu vermuten, dass sich nur vergleichsweise wenige intensiver mit ihr beschäftigen. Das muss man aber, um zu verstehen, worum es wirklich geht.

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Was sind Stammzellen? Und was macht sie medizinisch so interessant?

Stammzellen sind Vorläuferzellen, die noch das Potenzial zur Differenzierung besitzen. Sie können sich also noch zu spezialisierten Körperzellen mit unterschiedlichen Funktionen entwickeln, beispielsweise zu Blut-, Immunabwehr-, Leber- oder Hautzellen.

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Wie läuft eine Nabelschnurblutspende praktisch ab?

Wenn Sie als werdende Mutter im Krankenhaus Ihre Spendebereitschaft geäußert haben, wird es zunächst einmal bürokratisch: Sie erhalten einen Fragebogen zur Beantwortung diverser Fragen zu Ihrer Gesundheit und eine Einverständniserklärung zur Unterzeichnung.

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Wer kann Nabelschnurblut spenden und welche Formen der Spende gibt es?

Nabelschnurblut  kann pinzipiell von jeder volljährigen und gesunden Mutter nach der Geburt ihres Kindes gespendet werden. Lassen Sie sich über die Möglichkeiten von Ihrer Geburtsklinik im Vorfeld informieren.

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Was kostet mich die Nabelschnurblutspende?

Die Kosten einer Nabelschnurblutspende sind erheblich. Sie gliedern sich auf in Kosten für die Entnahme, den Transport, die Aufarbeitung und die Einlagerung der Stammzellen.

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Bezahlt die Krankenkasse die Einlagerung von Nabelschnurblut?

Von den gesetzlichen Krankenkassen erhalten Sie keine Kostenübernahme, wenn Sie das Nabelschnurblut Ihres Kindes privat einlagern wollen (Eigenspende). Eine Ausnahme bildet in den meisten Fällen die gerichtete Spende zugunsten eines erkrankten Geschwisterkindes, zumindest wenn der behandelnde Arzt dies empfiehlt bzw. anordnet.

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Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass mein Kind sein eigenes Nabelschnurblut eines Tages brauchen wird?

Zum heutigen Zeitpunkt und Stand der Wissenschaft muss man davon ausgehen, dass diese Wahrscheinlichkeit bei einem gesund geborenen Kind sehr gering ist. Auch wenn die Darstellung privater Anbieter der Nabelschnurbluteinlagerung Anderes vermuten lassen könnte.

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Kann man Nabelschnurblut auch direkt für erkrankte Verwandte spenden?

Ja. Offiziell wird das "gerichtete Nabelschnurblutspende" genannt. Die gerichtete Nabelschnurblutspende steht zwischen der Spende für fremde Personen und der Eigenspende: Sie ist weder für den Spender selbst gedacht noch zur gemeinnützigen Verwendung nach Bedarf, sondern wird gezielt für ein Geschwisterkind aufbewahrt.

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Ist die Entnahme von Nabelschnurblut gefährlich für Mutter oder Kind?

Nein. Haben Sie als Mutter zuvor den Wunsch zur Nabelschnurblut-Spende geäußert, klemmt der Arzt oder die Hebamme nach der Geburt die Nabelschnur zügig ab und entnimmt das Restblut. Weder Ihnen noch dem Kind wird dadurch ein Schaden zugefügt.

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Welche Krankheiten können mit Stammzellen aus Nabelschnurblut behandelt werden?

Stammzellen aus Nabelschnurblut, die von öffentlichen Blutbanken bereitgestellt werden, kommen als Fremdspenden mittlerweile bei mehr als 70 Erkrankungen zum therapeutischen Einsatz. Dazu zählen:

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Was passiert eigentlich mit dem gespendeten Nabelschnurblut?

Nachdem eine ausreichende Menge an Blut aus der Nabelschnur gewonnen wurde, wird der Auffangbeutel zur Stammzellbank gebracht. Dort erfolgt eine Volumenreduktion des Nabelschnurbluts, denn nur die Stammzellen werden für eine spätere Transplantation benötigt.

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Wie lange können Stammzellen aus Nabelschnurblut aufbewahrt werden?

Wissenschaftlichen Studien zufolge sind die Stammzellen mindestens 15 Jahre haltbar, ohne an Vitalität und Vermehrungsfähigkeit zu verlieren. Das ist aber nur die gesicherte Lebensdauer, in Wirklichkeit halten sich die gefrorenen Zellen wahrscheinlich sehr viel länger.

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Ist eine Nabelschnurblutspende in jeder Geburtsklinik möglich?

Leider nicht. Da die Herstellung von Transplantaten aus Nabelschnurblut dem Arzneimittelgesetz und weiteren rechtlichen Vorgaben unterliegt, dürfen nur solche Kliniken Nabelschnurblutspenden entnehmen, die in das Qualitätssicherungssystem einer öffentlichen Nabelschnurblutbank eingebunden sind und mit dieser kooperieren.

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Wo gibt es in Deutschland öffentliche Nabelschnurblutbanken?

Bisher (2011) gibt es nur 7 öffentliche Nabelschnurblutbanken in Deutschland, die mit einem (zumeist mehr oder weniger regionalen) Kreis an Geburtskliniken als Entnahmekliniken kooperieren und von Unikliniken, gemeinnützigen Einrichtungen oder Stiftungen unterhalten werden. Basierend auf (immer knapper werdenden) öffentlichen Mitteln bzw. Spendengeldern konnte das Angebot bisher allerdings noch nicht flächendeckend ausgebaut werden:

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Kann man den privaten Anbietern für Nabelschnurblut-Einlagerungen trauen?

Na ja. Die Aussagen kommerzieller Anbieter zur (privaten) Einlagerung von Nabelschnurblut bzw. der daraus gewonnenen Stammzellen sind für sich genommen zumeist korrekt. Problematisch sind dabei aber vor allem zwei Dinge:

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Nabelschnurblut: Was ist von Kombispenden zu halten?

Leider nicht viel, Seit einiger Zeit bieten kommerzielle Nabelschnurblutbanken die Möglichkeit an, privat eingelagertes Nabelschnurblut (für das eigene Kind) bei Bedarf auch als Transplantat für andere Patienten zur Verfügung zu stellen (Kombispende).

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