Wie erkennt man eine drohende Fehlgeburt?

Die Mehrzahl der Fehlgeburten geschieht unbemerkt von der Schwangeren in einer Frühphase der Gravidität. Häufig ist sich die Frau dabei ihrer Schwangerschaft noch nicht einmal bewusst, eventuell stellt sie eine „Unregelmäßigkeit“ im Menstruationszyklus oder eine „verstärkte Regelblutung“ fest.

Abgesehen von diesen Frühestaborten sind eine mehr oder minder starke Blutung und krampfartige Unterleibschmerzen (Wehen) typische Anzeichen von Frühaborten. In einem späteren Schwangerschaftsstadium kann es auch zum Abgang von Fruchtwasser und zum spontanen Ausstoß der Frucht(teile) kommen.

Beim verhaltenen Abort (missed abortion) ist wiederum für die Mutter kaum etwas zu bemerken. Weder Wehentätigkeit noch Blutung weisen in diesem Fall auf den abgestorbenen Embryo in der Gebärmutter hin. Die Diagnose wird, wie auch in den anderen Fällen, durch eine ärztliche (Ultraschall-) Untersuchung gestellt.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

 

 

Das Leitsymptom für eine drohende Fehlgeburt (Abortus imminens) ist eine Blutung aus der Scheide mit wehenartigen Schmerzen. In der späteren Schwangerschaft stellt auch der Abgang von Fruchtwasser einen solchen Warnhinweis dar, der nach rascher ärztlicher Abklärung verlangt. Der Arzt stellt dann folgende Befunde fest:

- Der Gebärmutterhalskanal ist noch geschlossen.

- Die Größe der Gebärmutter entspricht der Schwangerschaftsdauer.

- Die Embryoanlage ist in der Ultraschalluntersuchung sichtbar.

- Eine Herzaktion des Embryos ist erkennbar (bei entsprechendem Entwicklungsstand).

Glücklicherweise handelt es sich um einen grundsätzlich reversiblen Prozess. In den meisten Fällen (85-90%) hört die Blutung nach einigen Tagen wieder auf und die Fehlgeburt kann durch konsequente Bettruhe . Bei jeder 7. bis 10. Schwangerschaft wird die Blutung allerdings stärker, der Gebärmutterhalskanal öffnet und weitet sich, Blutgerinnsel und Gewebsteile gehen ab und es kommt schließlich tatsächlich zur Fehlgeburt.




Navigator-Medizin: Noch Fragen offen?
Disclaimer: Die Beiträge auf Navigator-Medizin.de werden zwar von Ärzten geschrieben, dienen aber ausschließlich der Information und ersetzen keine persönliche Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt vor Ort. Aus juristischen Gründen müssen wir Sie darauf aufmerksam machen, dass unsere Beiträge auch nicht zur Festlegung eigenständiger Diagnosen oder eigenständiger Behandlungsmaßnahmen verwendet werden dürfen. Bitte beachten Sie dazu auch den Haftungsausschluss.

Schwerpunktthemen der Navigator-Medizin.de-Portale

Impressum      Über Navigator-Medizin      AGBs