Immer mehr gefährliche Abtreibungen
Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO hat ergeben, dass eine unsichere Abtreibung weltweit mittlerweile zu den fünf häufigsten Gründen der Müttersterblichkeit zählt.
Die von der WHO ermittelten Zahlen sagen, das sich die relative Häufigkeit von Abtreibungen in den Jahren 2003 bis 2008 kaum verändert hat. Sie liegt zwischen 28 und 29 Abtreibungen pro 1.000 Frauen im Alter zwischen 15 und 44. Durch die schnelle Zunahme der Weltbevölkerung ist die Summe aller Abtreibungen in diesem Zeitraum allerdings um etwa 2,2 Millionen gewachsen.
Vor allem in der Dritten Welt zu viele Abtreibungen ohne medizinische Unterstützung
Der Anteil der unsicheren Abtreibungen betrug im Jahr 2008 laut WHO 49%. Zum Vergleich: 1995 waren es 44%. Während bei einem unsicheren Eingriff etwa jede achte Mutter stirbt, ist das Risiko einer Abtreibung mit entsprechender medizinischer Unterstützung um das 14fache geringer. Die Ärzte der US-Organisation Gynuity, die sich für einen Zugang zu sicheren Abtreibungen einsetzen, stellen fest, dass Frauen, die abtreiben wollen, dafür fast jedes Risiko auf sich nehmen.
Um eine unerwünschte Schwangerschaft zu verhindern, spiele es keine Rolle, ob die Abtreibung illegal sei oder sogar das eigene Leben risikiere. Das sei vor allem in den Entwicklungsländern der Fall, die in Bezug auf Abtreibung eine restriktive Gesetzgebung hätten. Deshalb wären 97% der Eingriffe in Afrika unsicher, 95% in Lateinamerika, in Asien 40% und in Europa 9%.
WANC 20.01.2011
Quelle: The Lancet, doi:10.1016/S0140-6736(11)61786-8

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