Bewegung statt Pillen: Schwimmen hilft hyperaktiven Kindern

Hyperaktive Kinder mit Medikamenten "ruhigzustellen" mag kurzfristig helfen. Die Ursachen werden mit Mitteln wie Ritalin aber ganz sicher nicht behoben. Eine interessante Alternative haben jetzt Prof. Gerd Hölter und Dr. Wolfgang Beudels von der Universität Dortmund vorgestellt: eine Bewegungstherapie im Schwimmbad.

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Was zunächst etwas eigenartig klingt, macht bei näherer Betrachtung durchaus Sinn. Denn im Wasser kann man sich einerseits austoben. Andererseits hemmt und verlangsamt Wasser die Bewegungen. Es wirkt wie eine natürliche Bremse. Und das tut den Kindern mit dem "Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom" (ADHS) offenbar gut, wie die Dortmunder Wissenschaftler in Modellversuchen festgestellt haben. Bei warmem Wasser kommt hinzu, dass es entspannt. So kommen bei der gezielten Bewegungstherapie im Schwimmbad gleich zwei positive Effekte zusammen.

Und so funktioniert die Bewegungstherapie

In den Modellversuchen sollten die ADHS-Kinder aber nicht nur einfach schwimmen. Sie mussten in einer Gruppentherapie auch bestimmte Aufgaben lösen. Dadurch wurden sie angeleitet, nicht einfach jedem Impuls spontan zu folgen (typisch für ADHS-Kinder), sondern planerisch zu handeln. Außerdem mussten sie ganz bestimmte Regeln einhalten und bekamen bei Regelverstößen die gelbe oder rote Karte. Es ging bei der Behandlung also nicht nur um die Bewegung, sondern auch um das Erlernen sozialer Kompetenz. Und während die Kinder im Schwimmbad unterwegs waren, wurden draußen die Eltern von Kinderpsychologen befragt und beraten.

Das Dortmunder Team berichtet über insgesamt sehr gute Erfolge. Leider gibt es dazu bisher aber noch keine standardisierten Angebote in jeder Stadt. Dennoch empfehlen wir Ihnen, diesen Ansatz mit dem betreuenden Arzt oder der Ärztin zu besprechen.

Autoren: WANC/, 13.01.05

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