Andere spezifische Diabetes-Typen

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Die neue Klassifikation der WHO listet unter "Andere spezifische Diabetes-Typen" acht Kategorien auf.

A: genetische Defekte der Betazelle

  • Chromosom 20, HNF-4α (MODY 1)
  • Chromosom 7, Glucokinase (MODY 2)
  • Chromosom 12, HNF-1α (MODY 3)
  • Chromosom 13, IPF-1 (MODY 4)
  • Mutation der mitochondrialen DNA 3243
  • andere

B: genetische Defekte der Insulinsekretion

  • Typ-A-Insulinresistenz
  • Leprechaunismus
  • Rabson-Mendenhall-Syndrom
  • Lipoathrophischer Diabetes
  • andere

C: Bauchspeicheldrüse (Pankreas) erkrankt oder zerstört

  • Fibrokalkuläre Pankreatopathie
  • Pankreatitis
  • Trauma (Pankreatektomie) siehe Pankreasruptur
  • Neoplasie
  • Zystische Fibrose
  • Hämochromatose
  • andere

D: Diabetes durch hormonelle Störungen (Endokrinopathien)

  • Cushing-Syndrom
  • Akromegalie
  • Phäochromozytom
  • Glucagonom
  • Hyperthyreose
  • Somatostatinom
  • Aldosteronom
  • andere

E: Diabetes durch Medikamente oder Chemikalien

  • Nikotinsäure
  • Glukokortikoide
  • Schilddrüsenhormon
  • Alpha-adrenerge Agonisten
  • Beta-adrenerge Agonisten
  • Thiazide
  • Dilantin
  • Pentamidin
  • Vacor
  • Interferon-alpha-Therapie
  • andere

F: Infektionen

  • Kongenitale Röteln
  • Zytomegalie-Virus
  • andere

G: ungewöhnliche Formen des immunvermittelten Diabetes

  • Insulin-Autoimmun-Syndrom (Insulin-Antikörper)
  • Antiinsulin-Rezeptor-Antikörper-Syndrom
  • Stiff-man-Syndrom
  • andere

H: andere genetische Syndrome, die mit Diabetes assoziiert sind

  • Down-Syndrom
  • Friedreich-Ataxie
  • Chorea Huntington
  • Klinefelter-Syndrom
  • Lawrence-Moon-Biedl-Syndrom
  • Dystrophia myotonica
  • Porphyrie
  • Prader-Willi-Syndrom
  • Turner-Syndrom
  • Wolfram-Syndrom
  • andere

Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes)

Allerdings ist in der Schwangerschaft während der Phase der Organogenese des Embryos unbedingt zu beachten, dass in dieser Phase auch bei einer Nicht-Diabetikerin ein grundsätzlich niedrigerer Blutzuckerwert als während der sonstigen Lebens- und Schwangerschaftsphasen zu messen sein wird. Ein möglicher Grund ist die Gefäßgröße der sich entwickelnden Organe des Embryos. Bei Blutzuckerwerten von mehr als 110 mg/dl (6,2 mmol/l) ist mit einer gestörten Organbildung oder unreifen Organen des Kindes zu rechnen.

Charakteristisch für eine unzureichenden Diabeteseinstellung in der Spätschwangerschaft (letztes, 3. Trimenon, d. h. 27.-40. Schwangerschaftswoche) ist eine Makrosomie (übergroßes Neugeborenes).

Therapie

Beim Schwangerschaftsdiabetes muss die Blutzuckerregulierung im Interesse des Kindes besonders streng erfolgen. Die Blutzuckerwerte sollten denen einer Nichtdiabetikerin entsprechen. Ist dies durch Diät nicht erreichbar, ist eine Insulintherapie notwendig; orale Antidiabetika sind für Schwangere nicht zugelassen.

 


Der Beitrag "Andere spezifische Diabetes-Typen" auf www.navigator-medizin.de basiert auf dem Artikel Diabetes mellitus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 

 



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