Was bedeutet eine Schwangerschaft für meine Diabetes-Behandlung?

Wenn Sie als Diabetikerin gerne ein Kind bekommen möchten, ist das oberste Ziel aus medizinischer Sicht das Erreichen und die Aufrechterhaltung normaler Blutzuckerwerte. Das gilt bereits vor der geplanten Schwangerschaft und währenddessen bis zur Geburt natürlich erst recht.

In der Schwangerschaft erste Wahl: Humaninsulin

Optimal ist für diese Zeit die Behandlung mit Humaninsulin. Nach den Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft gilt das auch für Frauen, die zuvor ihren Diabetes nur mit Ernährung und Tabletten (orale Antidiabetika) behandelt haben. Der Grund: Eine optimale Stoffwechseleinstellung gelingt am sichersten mit Insulin.

Orale Antidiabetika mit Wirkstoffen wie Glibenclamid oder Metformin wirken nach derzeitigem Kenntnisstand zwar nicht schädlich auf die Leibesfrucht, kommen also auch in Betracht. Zu beachten ist allerdings, dass damit nicht immer eine so gleichmäßige Blutzuckerkontrolle gelingt. Und als Faustregel gilt: Je höher der HbA1c-Wert (Blutwert zur Bestimmung des durchschnittlichen Langzeitblutzuckers), desto höher auch das Fehlbildungsrisiko.

Insulindosis immer an aktuelle Blutzuckerwerte anpassen

Noch ein paar Zusatzinformationen: Wenn Sie mit Typ-1-Diabetes gut auf die kurzwirksamen Insulinanaloga Insulin aspart oder Lispro eingestellt sind, dürfen Sie diese auch in der Schwangerschaft weiter verwenden. Bei langwirksamen Insulinanaloga sollte jedoch aufgrund der bis dato unzureichenden Studienlage eine Umstellung auf Humaninsulin erfolgen.

Wichtig ist, dass Ihre Insulintherapie laufend angepasst wird, falls einschneidende Veränderungen des Glukosestoffwechsels im Schwangerschaftsverlauf dies erforderlich machen sollten.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Schwangerschaft finden Sie unter

Navigator-Medizin.de/Eltern_Kind

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