Steigt der Insulinbedarf während der Schwangerschaft?

Ja. Bei werdenden Müttern mit Typ-1-Diabetes nimmt der Bedarf an Insulin ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel kontinuierlich zu. In dieser Zeit muss also einerseits die Blutzuckermessung intensiviert werden, andererseits aber auch das Insulin-Behandlungsschema angepasst werden. Unterm Strich geht es vor allem um eine möglichst perfekte Blutzuckereinstellung, um das Ungeborene vor Schäden zu schützen.

Ab wann genau und wie viel Insulin Sie mehr spritzen müssen, sollten Sie bitte unbedingt mit Ihrem behandelnden Hausarzt oder Internisten abstimmen, denn das ist individuell natürlich sehr unterschiedlich.

Sonderfall Typ-II-Diabetes

Bei Schwangeren mit Typ-II-Diabetes ist die Situation eine andere: Hier muss schon mit Beginn der Schwangerschaft von den Diabetes-Tabletten auf Insulin umgestiegen werden. Am besten sogar schon in der Empfängniszeit, also sofort ab aktiv betriebenem Kinderwunsch. Zum Hintergrund: Nur eine Insulin-Therapie gilt für das Ungeborene als hinreichend sicher. Das bedeutet im Einzelfall, dass mit der (gewünschten) Schwangerschaft erstmals das Insulin-Spritzen erlernt werden muss.

Mit der Geburt nimmt der Insulinbedarf dann übrigens wieder schlagartig ab. Aber auch das ist ein Thema, dass Sie mit Ihrem Arzt im Detail besprechen sollten.

Autor: Ihr Dr. med. Jörg Zorn

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