Rauchen begünstigt bei Diabetikern Augen- und Nierenschäden
Rauchen schädigt bei zuckerkranken Menschen die kleinen Blutgefäße. Das erhöht das Risiko für Erkrankungen an Augen und Nieren.
Bisher stand lediglich fest, dass Rauchen die Gefäßverkalkung (Atherosklerose) in den großen Blutgefäßen fördert. Dies gilt für Gesunde und Diabetiker gleichermaßen. Die Experten sprechen beim Diabetes auch von einer Makroangiopathie. Ihre Folgen sind Herzinfarkt, Schlaganfall und Raucherbein.
Bei vielen Diabetikern kommt es jedoch auch zu einer Schädigung der kleinsten Blutgefäße, die als Mikroangiopathie bezeichnet wird. Sie löst Durchblutungsstörungen in Auge (Retinopathie) und Niere (Nephropathie) aus, die zu Erblindung und Nierenversagen führen können. Es war unklar, ob Rauchen die Mikroangiopathie beschleunigt.
Die Diabetologin Dr. Petra Busch, Heilbronn, und weitere Wissenschaftler haben in einer Untersuchung nun festgestellt, dass Diabetiker 2,4-fach häufiger an einer Retinopathie erkranken, wenn sie rauchen. Eine vermehrte Eiweißausscheidung im Urin – ein wichtiger Hinweis auf schwere Nierenschäden – wurde unter den Rauchern sogar um den Faktor 5,9 häufiger festgestellt.
Teilweise könnte dies an der schlechteren Blutzuckereinstellung bei den Rauchern liegen. Ihr HbA1c-Wert im Blut, das sogenannte Blutzuckergedächtnis, war deutlich höher als bei nichtrauchenden Diabetikern. Außerdem hatten die Raucher häufiger erhöhte Cholesterinwerte. Die Autoren appellieren deshalb an alle Diabetiker, nicht nur das Rauchen aufzugeben, sondern auch mit ausreichender Bewegung und ausgewogener Ernährung gesünder zu leben.
WANC 19.10.06
Quelle: P. Busch, H.-P. Hammes, W. Kerner, W. Kern, A. Dapp, M. Grabert, R. W. Holl: Rauchen als Risikofaktor für mikroangiopathische Veränderungen bei erwachsenen Patienten mit Typ 1 Diabetes mellitus: Eine multizentrische Studie. Diabetologie 2006; 305-310
